Kreis-FDP : Schmuck, brisante Infos und griechische Verhältnisse

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Im Hause Kubicki hing am Sonntag der Segen schief. Der Spitzenkandidat der FDP für die schleswig-holsteinische Landtagswahl, Wolfgang Kubicki, hatte in der Fernsehrunde von Günther Jauch eine spitze Bemerkung zu der Frage fallen lassen, ob Deutschland eine Bundespräsidentin brauche. Immerhin seien Frauen unbestechlich, hieß es. Daraufhin raunte der FDP-Chef: „Man kann eine Frau mit Schuhen und Schmuck bestechen.“

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24. Januar 2012, 21:50 Uhr

Die Folgen verriet Kubicki während des Neujahrsempfangs des FDP-Kreisverbands Pinneberg am Montag in Prisdorf. Seine Gattin teilte ihm nach der Bemerkung per SMS mit: „Frauen, die sich mit Schmuck und Schuhen bestechen lassen, schieße ich auf den Mond.“

Seine Antwort - „Mein Engel, was mache ich dann ohne dich?“ - führte zu einer mehrstündigen Funkstille und am Montag zu Gelächter unter den 160 Gästen im Prisdorfer Restaurant Campana.

Zur Diskussion um Bundespräsident Christian Wulff wollte sich Kubicki nicht äußern. Das Thema sei ihm lästig. Der Fall führe aber die Brisanz von Informationen vor Augen. Fehlinterpretationen könnten Existenzen ruinieren.

Kubicki warnte daher vor einer Vorratsdatenspeicherung. „Es treibt mich fast zum Wahnsinn, dass die gleichen Sicherheitsbehörden, die bei der Verfolgung dieser Nazi-Terrorzelle komplett versagt haben, heute sagen, sie brauchen die Vorratsdatenspeicherung. Hätten die ihre Arbeit ordentlich erledigt, es wäre zu den Morden gar nicht gekommen“, so der FDP-Fraktionsvorsitzende. Die Datenspeicherung würde die Kommunikationsprobleme im Verfassungsschutz nicht lösen.

Kubicki rechtfertigte den Sparkurs der schwarz-gelben Landesregierung. Der Schuldenberg in Höhe von 27 Milliarden Euro übersteige den Jahreshaushalt um das Dreifache. Das seien griechische Verhältnisse. Ein Grund dafür sei, dass Schleswig-Holstein bei der Wirtschaftskraft bundesweit das Schlusslicht darstelle. Die FDP habe sich daher dafür eingesetzt, Barrieren für die Erweiterung von Unternehmen abzubauen.

Kubicki forderte, die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Bau von Stromtrassen zu ändern. Mit Gerichtsverfahren könne ein Planfeststellungsverfahren zehn Jahre lang dauern.

Der FDP-Chef äußerte sich zuversichtlich, bei der Landtagswahl am 6. Mai ein gutes Ergebnis zu erreichen. „Was meine Partei an Bedeutung verloren hat, habe ich in den vergangenen Wochen an Gewicht gewonnen. Ich habe vor, das umzukehren“, sagte er.

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