Innungswettbewerb : Schlicht, aber im Materialmix

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Jung-Tischler Steffen Holzhausen hat den renommierten Innungswettbewerb „Die gute Form“ gewonnen. Mit seinem Gesellenstück, einem Schreibtisch, überzeugte er eine fünfköpfige Jury und wird die Kreis Pinneberger Tischler-Innung nun auf Landesebene vertreten. Mit der Bekanntgabe des Preisträgers wurde am Montag die traditionelle Ausstellung der Gesellenstücke im Foyer des Elmshorner Dienstleistungszentrums eröffnet.

shz.de von
14. Juli 2015, 21:31 Uhr

Es geht um Kriterien wie die Zeitlosigkeit, handwerkliche Umsetzung, die Harmonie zwischen dem Design und dem Material, mit dem Tischler die Juroren für ihr Gesellenstück einnehmen können. Einzige Vorgabe: Es soll ein Möbelstück sein und darf eine bestimmte Größe nicht überschreiten.

Dass sie im Anschluss ihre Arbeiten einem breiten Publikum zeigen dürfen, ist für Innungs-Obermeister Uwe Pein (kl. Foto) wichtig für eine positive Außendarstellung. „Unser Handwerk muss an die Öffentlichkeit“, sagte er und betonte, es sei wichtig, dabei den Ton der Jugendlichen zu treffen, um sie erreichen zu können. Qualifizierter und ausbildungsfähiger Nachwuchs ist auch bei den Tischlern schwer zu finden.

Nach dem Jahrgang 2014, der vor allem durch ungewöhnliche Design-Ideen und gestalterischen Mut überzeugte, sind es in diesem Jahr eher die klassischen und klaren Linien sowie eine schnörkellose Umsetzung, die die Juroren zu bewerten hatten. Auffällig dabei: der Materialmix! Die Jung-Tischler entdeckten das Linoleum als geeigneten Partner für hochwertiges Holz, kombinierten es etwa mit Rose oder Esche. Diesem Mix aus Natur- und Kunstprodukt kann auch Jury-Vorsitzender Ralf Schröder einiges abgewinnen. „Gegen so eine Kombination ist nichts einzuwenden“, sagte er. Den 1. Platz belegte Steffen Holzhausen, ehemaliger Auszubildender in der Moorreger Tischlerei Mehlig, mit einem filigranen Schreibtisch. Die beiden 2. Plätze nehmen Paul Stäcker (Tischlerei Weers, Elmshorn), der einen Esstisch aus Ahorn und Kirsche mit einem Ablagefach in der Mitte der Platte baute, und Tobias Kauck (Peter Schröder, Brande-Hörnerkirchen) ein, der ebenfalls einen Tisch baute.

Für den Hingucker dieser Ausstellung sorgte Jung-Tischlerin Amela Bacher (Utz GmbH, Norderstedt). Sie schuf aus Olivenholz ein Wandregal in Form eines Apfels und begeisterte alle Besucher mit der Materialauswahl und der detailverliebten Umsetzung ihrer Idee. Für die Arbeit bekam die junge Frau eine Belobigung von Chef-Juror Ralf Schröder. Die Ausstellung ist noch bis Sonnabend um 12 Uhr zu sehen und täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

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