Rhönrad : Schawo fährt zur WM

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Die Liebe zum Rad wurde Marcel Schawo in die Wiege gelegt, könnte man auf den ersten Blick sagen, betreiben seine Eltern doch das „Fahrradhaus“ in Tornesch. Marcel Schawos Interesse gilt allerdings speziell dem Rhönrad, das mit dem normalen Fahrrad kaum etwas gemeinsam hat, geht es doch hier darum, anspruchsvolle Übungen zu turnen. Und dies kann Marcel Schawo sehr gut: Nachdem der Tornescher 2014 Deutscher Meister im Rhönrad-Mehrkampf wurde, belegte er in diesem Jahr im März bei zwei nationalen Qualifikationsturnieren für die Weltmeisterschaft erneut den ersten Platz. Die besten Fünf dieser Qualifikation erwarben sich das WM-Teilnahmerecht.

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05. Juni 2015, 21:32 Uhr

Die Rhönrad-WM findet in der zweiten Juni-Woche im Rahmen der „World-Sport-Games 2015“ in Ligano statt. Am morgigen Sonntag, 7. Juni fliegt Schawo nach Italien. Am Montag steht am Wettkampfort das erste Training an und dienstags treten die Jugendlichen in Aktion, ehe es am Mittwoch, 10. Juni für Schawo ernst wird: „Dann geht es um die Qualifikation für die Finalwettkämpfe im Einzel“, sagte Schawo, der in allen drei Disziplinen (Geradeturnen, Spirale turnen und Sprung) antreten wird. Am Donnerstag folgen die Mannschaftswettkämpfe und einen Tag später die Einzel-Finals, ehe Schawo am Sonntag, 14. Juni nach Deutschland zurückfliegt.

„Die Spannung steigt von Stunde zu Stunde“, fiebert der 21-Jährige dem WM-Start entgegen: „Ich habe in den letzten Wochen und Monaten hart trainiert, fühle mich bereit und will nun bei der WM zeigen, was ich kann!“ Einige seiner Rivalen aus Europa hat Schawo in der jüngsten Vergangenheit bereits kennengelernt: „Vor ein paar Wochen gab es ein gemeinsames Trainingswochenende“, so Schawo, der allerdings weiß: „Die größte Konkurrenz kommt aus Japan!“ Bei den Japanern, die in der Rhönrad-Nationenwertung hinter Deutschland (68 WM-Titel) mit bisher sieben Titeln Zweiter sind, erhalten alle Sportler die Möglichkeit, dreimal täglich (!) an der Universität zu trainieren.

Von solchen Bedingungen kann Schawo nur träumen: „Leider bekommen wir, da wir im Deutschen Turner-Bund nur eine Randsportart sind, fast gar keine finanzielle Unterstützung“, berichtete Schawo, der neben seinem Studium an der Deutschen Sporthochschule in Köln fünf- bis sechsmal pro Woche nach Leverkusen zum Training fährt.

Zusammen mit der Hamburgerin Yana Looft (23), die sich ebenfalls für die WM qualifizierte, startete Schawo im Internet einen Spenden-Aufruf für die Finanzierung der Teilnahme an der WM. Unter „www.fairplaid.org/weltmeisterschaft-rhoenrad“ können auch Sie, liebe Leser, noch bis zum morgigen Sonntag eine Spende abgeben!

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