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Uetersener Nachrichten

18. Oktober 2017 | 22:55 Uhr

Politik : Schafe satt statt XXL-Markt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der gemeinsame Flächennutzungs-Plan (F-Plan) mit Uetersen ist nach der Grundstücksteilung an der Schafweide (wir berichteten) für Moorrege inzwischen keine Hürde mehr. Wohl aber die Größe der Gemeinde. Nach Rücksprache mit der Landesplanungsbehörde in Kiel ist der Stadt signalisiert worden, dass ein 1600 Quadratmeter großer Supermarkt in Moorrege auch in Zukunft nur dann genehmigt werden kann, wenn die Stadt als Unterzentrum nichts dagegen hat. Unter besonderen Umständen könne die Landesplanung auch einen 1200-Quadratmeter-Markt (Nahversorger) genehmigen, wurde zugleich signalisiert.

shz.de von
erstellt am 08.Jun.2012 | 22:16 Uhr

Diese Stellungnahme des Innenministeriums war Bestandteil der Verwaltungsvorlage, die während der Sitzung des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses am Donnerstag ausführlich beraten wurde. Nach intensiven Beratungen untermauerte der Ausschuss gegen die Stimmen der CDU-Fraktion seine Haltung, in Moorrege könne die Schafweide gerne mit einem Markt bis zu einer Bruttogröße von 850 Quadratmetern bebaut werden. Mehr sei aus Uetersener Sicht nicht zumutbar. Die Stadt muss als Nachbargemeinde beteiligt werden, Moorrege hat nun die Möglichkeit, die Bedenken wegzuweisen, muss dann aber die F-Plan-Änderung gegenüber dem Land begründen. Und weil es dort offensichtlich eine klare Meinung gibt, wie Städte und Dörfer sich zu entwickeln haben, wird, so die Uetersen Sicht, spätestens dort Schluss sein für den Supermarkt XXL. Die CDU wollte das Moorreger Vorhaben nicht torpedieren, weil es nach ihrer Ansicht nach jedem Investor möglich sein soll, sich entfalten zu können. Es sei eine Frage des Marktes, die keiner Regulierung bedürfe.

Die Entwicklung auf der „Schafweide beschäftigte die Politiker am Donnerstag ein weiteres Mal. Die Entwicklung der Wohnfläche auf der 4,2 Hektar großen Fläche wird von Moorreger Seite damit begründet, dass zusätzlicher Wohnraum dringend benötigt werde. Die Stadtverwaltung bezweifelt das und hat darüber hinaus grundsätzliche Bedenken, die sich mit den Ansichten des Landes decken könnten. Das Land hat ein Thesenpapier herausgegeben, mit der Prämisse, „starke Regionen – starke Städte und starke Stadtregionen“ zu schaffen. Mit Moorrege soll Uetersen diesbezüglich ein regionales Konzept entwickeln, das Basis für die künftige Entwicklung in der Region sein sollte, als Ersatz für das Instrument „gemeinsamer Flächennutzungsplan“, der als „überholtes Instrument“ bezeichnet wird.

Die Politiker griffen diesen Ball gerne auf und beschlossen: „Die Stadt Uetersen sieht die städtebauliche Entwicklung im Bereich ‘Schafweide’ aufgrund der Größenordnung von 4,2 Hektar kritisch und regt an, in den Dialog über das Thema ‘gemeinsamer Flächennutzungsplan’ und regionales Stadt-Umland-Konzept einzutreten.

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