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Uetersener Nachrichten

18. Oktober 2017 | 02:50 Uhr

Konzert : Saure Gurke als prima Gastgeschenk

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Würde man einem Gastgeber quasi als Dankeschön für eine Einladung eine saure Gurke mitbringen, ihm diese mit einem strahlenden Lächeln und salbungsvollen Worten überreichen, könnte das Gegenüber diese Geste durchaus als Affront werten. Die Folge wäre vermutlich eine nachhaltig gestörte Beziehung.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2013 | 21:29 Uhr

Nun tat Johann Otto Plump zwar genau das, verärgerte seine Gastgeber damit aber keineswegs, sondern sorgte vielmehr für viel Gelächter. Sein Geheimnis: Er konnte die essbare Gabe gut begründen.

Denn es war ein Treffen, das mit Fug und Recht als historisch bezeichnet werden darf: Sieht man mal von einem kurzen Versuch der Zusammenarbeit direkt nach der Gründung des Männergesangvereins Concordia Hohenhorst von 1892 ab, war es das erste Mal in der Geschichte des Haselauer Vereins, dass der sich ein Konzert mit der Konkurrenz aus Haseldorf teilte. Anlass war das traditionelle Herbstkonzert der Concordia, das im Vereinslokal „Jägerkrug“ stattfindet.

Es ist guter Brauch, dass sich die Concordia Gäste einlädt, und so waren alle Nachbarchöre bereits zu Gast. Nur eben die Haseldorfer Liedertafel nicht. Kein Wunder, dass der Anlass für Liedertafel-Chef Johann Otto Plump besonderer war, der somit auch besondere Gesten rechtfertigt. Und so hatte Plump die witzige Idee, mithilfe vorgenannten eingelegten Gemüses das Ende der Saure-Gurken-Zeit zu verkünden. Er kam also mit zwei Gurken, teilte sie und überreichte den beiden Vorsitzenden des einen wie des anderen Chores je eine Hälfte.

Die Damen der Vorsitzenden bekamen, da ist Plump Gentleman, einen Schokokuss. Dieter Günther beobachtete die Süßigkeit in der Hand seiner Frau Tamara mit einem gewissen Neid und sagte schließlich mit Blick auf seine Gurke: „Wenn die mir auf die Stimmbänder geht, war’s das mit unserer Freundschaft.“

Und danach legten die Herren dann los, präsentierten sich außerordentlich gut bei Stimme und dem Publikum ein wunderbar leichtes und beschwingtes Programm, sangen Lieder voller Sehnsucht, erzählten vom Glück, eine Heimat zu haben, von der Liebe und von Trennungsschmerz, vom Leben in der Fremde.

Höhepunkte waren der Soloauftritt von Dieter Günther, der von Gastronomin Ulrike Wulff unterstützt wurde und dem der Genuss der sauren Gurke nicht anzumerken war, und das am Ende gemeinsam gesungene Schleswig-Holstein-Lied. Das Publikum dankte für Kaffee, Kuchen und ein tolles Konzert mit lang anhaltendem Applaus.

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