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Schulverband : Sanierungspläne standen im Zentrum

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Wenn wir die Schüler befragen, was ihnen an ihrer Schule am wenigsten gefällt, dann sagen sie nicht die Noten oder die Hausaufgaben, sondern ihr Umfeld – das Schulgebäude und der Schulhof“, fasste Schulleiterin Karen Frers die Stimmung an der Gemeinschaftsschule Am Himmelsbarg zusammen. Die Vertreter des Schulverbands, die bereits im vergangenen Jahr den Entschluss fassten, die Situation zu verbessern, nutzten die jetzige Versammlung, um die Planungen voranzubringen.

Zur Diskussion steht, den 70er-Jahre-Bau an der Moorreger Kirchenstraße abzureißen und eine neue Schule zu bauen oder das Gebäude energetisch zu sanieren und räumlich zu erweitern. Am wahrscheinlichsten ist eine Sanierung nach dem „Kasseler Modell“, bei dem das bestehende Gebäude umbaut wird. Verbandsvorsteher Karl-Heinz Weinberg und Verbandsmitglied Rolf Herrmann wurden beauftragt, sich mit Vertretern des Schulzentrums Glinde zu einem Informationsgespräch zu verabreden. Das ebenfalls aus den 70er Jahren stammende Glinder Schulgebäude wurde nach dem Modell umbaut.

Mit einer Grundlagenanalyse, die den Bedarf an Klassen- und Fachräumen ermittelt, wurde Jürgen Neumann beauftragt. Die Ergebnisse seiner Nachforschungen sollen in die Entscheidung für einen Neubau oder eine Sanierung einfließen.

Mit 1500 Euro beteiligt sich der Schulverband der „Gemsmo“ von 2017 an an den Kosten für einen Schulbus, der nachmittags von Uetersen über Moorrege nach Haseldorf fährt. Die 16-Uhr-Linie war vor Jahren auf Initiative der Gemeinden Haseldorf und Haselau eingerichtet worden. Da nicht nur Uetersener Schüler die Busverbindung in die Marsch nach Unterrichtsschluss nutzen, sondern auch Schüler der Moorreger Gemeinschaftsschule, beantragte Haseldorfs Bürgermeister Uwe Schölermann eine Kostenbeteiligung der übrigen Schulverbandsmitglieder Moorrege, Heist und Holm. Mit zwei Gegenstimmen und dem Auftrag an die Verwaltung, sich beim Kreis um weitere Unterstützung zu bemühen, wurde der Antrag angenommen. Aktuell bezuschusst der Kreis die Kosten von 5300 Euro für die Extra-Buslinie mit 1311,50 Euro. Schulverbandsvorsteher Weinberg stellte den Haushalt vor. Ausgaben und Einnahmen betrugen 930000 Euro im Verwaltungshaushalt und 568000 Euro im Vermögenshaushalt. Das Gesamtvolumen belief sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Das Haushaltssoll für 2015 betrug insgesamt 1,4 Millionen Euro. Die Verbandsumlage überstieg die vorgesehenen 480000 Euro nicht. Statt einer Entnahme von 5000 Euro aus der Rücklage, konnten rund 90000 Euro zurückgeführt werden. „Der Bestand der allgemeinen Rücklage beträgt damit exakt 273249, 70 Euro. Die Schulden belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro“, fasste Weinberg zusammen. Der hohe Schuldenstand resultiert aus der Aufnahme eines Kredits für den Bau einer Mensa. Nachprüfungen durch den Kreis haben den Baubeginn um mehrere Monate verzögert. Schulleitung und Verbandsvertreter gehen davon aus, dass es demnächst losgehen kann.

Schulleiterin Frers prangert „Abiturwahnsinn“ an

Dass die offene Halbtagsstelle für eine Schulsozialarbeiterin bisher nicht besetzt werden konnte, bedauerte Schulleiterin Karen Frers. „Zwei Bewerberinnen sagten in letzter Minute ab“, berichtete Jürgen Neumann, der die Einstellungsgespräche im Auftrag des Schulverbands geführt hatte. Weil eine befristete Halbtagsstelle offenbar nicht attraktiv ist, ist angedacht, die Stelle erneut auszuschreiben und sie unbefristet anzubieten. Zum Schuljahr 2016/17 wurden rund 20 Kinder weniger angemeldet als im Vorjahr. Schulleiterin Frers führt das auf einen „Abiturwahnsinn“ der Eltern zurück. „Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, ergänzte sie. Die Raumnot an der „Gemsmo“ wird ein wenig entzerrt, der Kunstraum muss nicht mehr als Klassenraum genutzt werden. Trotzdem warb Frers darum, schnell für bessere Lernbedingungen zu sorgen: „Ich bin die Lobby der Kinder und frage deshalb: Wie geht es weiter?“

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erstellt am 14.Apr.2016 | 18:33 Uhr

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