zur Navigation springen

Schleswig-Holstein MusikFestival : Sahnehäubchen obendrauf

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Was für ein Sahnehäubchen, das das Schleswig-Holstein Musikfestival beim letzten Konzert im Kreis Pinneberg den Klassik-Fans in der Alten Reithalle in Elmshorn noch obendrauf setzte: Es servierte den 18-jährigen Pianisten Jan Lisiecki und das ebenso junge und erfrischende Schleswig-Holstein Festival-Orchester mit über 100 Teilnehmern aus aller Welt.

shz.de von
erstellt am 18.Aug.2013 | 17:36 Uhr

Euphorisch gefeiert hat das Elmshorner Publikum den oft als Wunderkind bezeichneten Jung-Star am Klassikhimmel, der mit erstaunlicher Reife das Konzert Nummer 20 für Klavier und Orchester in D-Moll (Köchelverzeichnis 466) von Wolfgang Amadeus Mozart spielte. Lisiecki ist seit fast zwei Jahren bei der Deutschen Grammophon unter Vertrag, gleich mit der Option, genau die beiden Klavierkonzerte Nummer 20 und 21 auf CD aufnehmen zu können. Im Frühjahr erschien eine neue CD mit den wesentlich komplizierteren Etüden von Frederic Chopin. Die Kritiker überschlugen sich vor Begeisterung, Lisiecki landete damit auf Platz eins der Klassik, sogar kurzfristig in den Pop-Charts, so gut verkaufte sich die spektakuläre Aufnahme.

In der Alten Reithalle präsentierte sich der junge Meister ganz unverkrampft, Star-Allüren sind für ihn (noch) ein Fremdwort. Und den Elmshorner Gästen, die von weit her kamen, um ihm zuzuhören, war schnell klar: hier spielt einer mit bester Technik und Einfühlungsvermögen, dem eine ganz große Zukunft winkt.

Viele große Talente sitzen sicherlich auch im Schleswig-Holstein Festival-Orchester, das seine Stipendiaten nach einem strengen Auswahlverfahren zusammenstellt. Das nur über den Zeitraum des Festivals gemeinsam wirkende Orchester steckt trotzdem voller Harmonie und Begeisterung, und das steckt an. In Elmshorn haben die jungen Künstler schon seit dem ersten Festival-Konzert in diesem Jahr die Herzen ihrer Zuhörer erobert, so auch jetzt wieder unter ihrem renommierten ihnen so zugewandtem Dirigenten Lawrence Foster, der vielen in der Region durch seine Gastrollen als Dirigent in der Hamburger Staatsoper seit den Siebziger Jahren kein Unbekannter ist.

Auftakt des Konzertes zum Abschluss des Musikfestivals in dieser Saison war eine spannende 1993 entstandene Komposition des Hamburger Hochschulprofessors Peter Ruzicka, die mit sphärischen Klängen und mächtiger Entwicklung in eine schöne, andere Welt entführte;

Maurice Ravels „Rapsodie espagnole“ mit dem weltberühmten „Bolèro“ der umjubelte Schlusspunkt.

Jetzt wird das Warten lang und ungeduldig, fast ein Jahr bis die edlen Pferde des Holsteiner Verbandes, die einmalige Atmosphäre im Innenhof der alten Stallungen mit den zum Kult gewordenen Shrimpsportionen der Margarethen-Klause und die beeindruckenden Rosengebinde ganz neben der hochklassigen Musik zu genießen sein werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert