Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl : Sachliche Atmosphäre bei „Duell“

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Die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger der Stadt sind aufgerufen, am Sonntag, dem 6. November, in direkter Wahl den Bürgermeister ihrer Stadt zu bestimmen. Die beiden Kandidaten, Amtsinhaber Roland Krügel und sein Herausforderer, der CDU-Ratsherr Andreas Bannick, führen keinen Wahlkampf gegeneinander. Roland Krügel will mit dem punkten, was er in den 25 Jahren seiner bisherigen Amtszeit für Tornesch erreicht hat, und Andreas Bannick setzt auf die Tornescherinnen und Tornescher, die einen Wechsel wollen.

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25. Oktober 2011, 20:47 Uhr

Diese Positionen wurden in der Kandidatenvorstellung, zu der Bürgervorsteherin Heide-Marie Plambeck in die Begegnungsstätte POMM 91 eingeladen hatte, deutlich. Etwa 200 Interessierte, darunter auch Verwaltungsmitarbeiter und Politiker, waren gekommen. Nach gut einer Stunde hatten die Bürger keine Fragen mehr an die Kandidaten, die fast abwechselnd angesprochen wur-den und zu Wort kamen.

Sachlich wurden die Fragen gestellt und auch beantwortet, nur bei den Themen Schuldenstand und Fusion kamen Emotionen auf. Diese Fragen richteten sich an den Amtsinhaber. Roland Krügel (59) hatte die Vorstellungsrunde begonnen und nach der Angabe von privaten Daten zum Ansehen eines Tornesch-Films eingeladen, der aus der Vogelperspektive und als Spaziergang durch die Stadt alles das zeigte, was Tornesch an Infrastruktur, Industrie und Gewerbe zu bieten hat.

„Vieles gab es vor 25 Jahren noch nicht. Die Stadt hat sich entwickelt, aber es gibt noch Einiges zu erledigen wie Tornesch Am See, die Erweiterung der Feuerwehren, den Sportplatzbau, die Ortskerngestaltung an der Uetersener Straße oder die K22. Und das möchte ich in Zusammenarbeit mit der Verwaltung und der Politik noch abarbeiten“, begründete Roland Krügel seine Kandidatur und bat um die Stimmen der Wählerinnen und Wähler am 6. November.

Holger Stoß, als kritischer Beobachter der politischen Arbeit und der Verwaltungsarbeit in Tornesch bekannt, machte dem Bürgermeister deutlich, dass er mehr erwartet habe als „einen Werbefilm“ und fragte: „Wie wollen Sie Tornesch schuldenfrei hinterlassen. Das war einmal Ihr Ziel. Jetzt beträgt der Schuldenstand mit allen Schattenhaushalten 38 bis 43 Millionen Euro und außerdem ist die Bürgernähe in Tornesch den Bach runtergegangen.“ Roland Krügel verwahrte sich dagegen, dass Stadt und Verwaltung „schlecht geredet werden“. Er betonte, dass die Pro-Kopf-Verschuldung bei 287 Euro liegt und es der Stadt finanziell gut geht. Im Haushalt seien Bürgschaften und Verbindlichkeiten, wie eben auch Tornesch Am See und andere Vorhaben aufgelistet. Und Bürgernähe bedeute nicht, dass die Verwaltung alle Wünsche der Bürger erfülle, sondern Anliegen sachlich prüfe. Mehr Bürgernähe ist allerdings das Stichwort für Andreas Bannick (48). Er begründete seine Kandidatur damit, dass er Bürgernähe bei Entscheidungen wie zu Tornesch Am See und zum Sportplatzneubau vermisse. „Wir hatten einen tollen Architektenplan und haben den Vertrag aufgelöst. Damit war ich nicht einverstanden. Auch der Standort Großer Moorweg ist für einen Sportplatz meiner Ansicht nach nicht glücklich gewählt.“ Es werde zu wenig umgesetzt, was die Politik vorgibt, so der CDU-Ratsherr. „Wenn Sie mehr Bürgernähe wollen, dann machen Sie Ihr Kreuzchen bei mir“, warb er.

Einige Fragesteller verwiesen darauf, dass Roland Krügel ein Verwaltungsprofi ist und fragten, wie sich Andreas Bannick seine Arbeit als Chef einer Verwaltung und Disziplinarvorgesetzter von fast 100 Mitarbeitern vorstelle und welche fachlichen Eignungen ihn prädestinieren, die Fachleute in der Verwaltung zu führen. „Wenn ich gewählt werde, habe ich acht Monate Zeit, mich vorzubereiten und diese Zeit werde ich nutzen“, so Bannick. Er setze auf Teamarbeit und werde natürlich „nicht ins Glashaus gehen und mit Steinen werfen“. Und auf die Frage, was für ihn die dringlichste Aufgabe nach einer Amtsübernahme sei, antwortete er: „ Dass es nicht zu einer Fusion kommt.“ Dieses Thema hatte Roland Krügel nicht gestreift und auf Nachfrage geantwortet: „Es laufen Gespräche auf politischer Ebene und natürlich muss erst untersucht werden, welche Auswirkungen eine Fusion hätte.“

Die Entwicklung in Tornesch sei absolut richtig. Bürgermeister Roland Krügel habe das getan, was für eine Stadt notwendig ist, so das Lob eines Gewerbetreibenden. Ein Esinger forderte allerdings „Mehr Qualität statt Quantität“, denn alle aktuellen Vorhaben seien ergebnisoffen.

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