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Bürgermeisterwahl in Tornesch : Roland Krügel kandidiert nicht wieder

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Ich habe mich entschlossen, nicht wieder zu kandidieren. Ich denke, es zu diesem Zeitpunkt bekannt zu geben, ist fair für alle Beteiligten. Denn es ist ein Jahr vor Ablauf meiner Amtszeit“, so die knappen Worte des Bürgermeisters.

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erstellt am 29.Jun.2017 | 12:00 Uhr

Torensch | Auf die Frage, ob er bei der für den 8. Mai 2018 terminierten Bürgermeisterwahl wieder zur Verfügung stehen werden, hatte sich Amtsinhaber Roland Krügel (CDU), der seit 31 Jahren als Verwaltungschef die Geschicke der Kommune Tornesch leitet, bislang nicht definitiv geäußert. Doch nun ist es offiziell. Der 64-Jährige wird nicht noch einmal kandidieren. Das verkündete Roland Krügel in der Sitzung der Ratsversammlung am 27. Juni unter dem Tagesordnungspunkt Bericht des Bürgermeisters. „Ich habe mich entschlossen, nicht wieder zu kandidieren. Ich denke, es zu diesem Zeitpunkt bekannt zu geben, ist fair für alle Beteiligten. Denn es ist ein Jahr vor Ablauf meiner Amtszeit“, so die knappen Worte des Bürgermeisters.

Die Politiker nahmen die Information kommentarlos entgegen und fuhren in der nur wenige Punkte umfassenden Tagesordnung der Ratssitzung fort. Wenn Krügel am 30. Juni 2018 sein Büro im Rathaus verlassen wird, dann war er genau 32 Jahre und vier Monate Tornescher Bürgermeister. Als jüngster hauptamtlicher Bürgermeister Schleswig-Holsteins hatte er mit 33 Jahren am 1. Februar 1986 in der damals noch Gemeinde Tornesch das Amt des Verwaltungsleiters übernommen.

Krügel arbeitete vorher im Amt Molfsee

Als sich der junge Verwaltungsexperte, aus dem Amt Molfsee kommend, in Tornesch um die Bürgermeisterstelle bewarb, schlug ihm nicht nur Wohlwollen entgegen. Seine Wahl in der Gemeindevertretung musste sogar wiederholt werden, da ein Gemeindevertreter nicht den vorgeschriebenen Stift benutzt hatte. Die damalige Gemeindevertretung gab Krügel ein Mandat für zwölf Jahre. Danach bestätigten die Tornescher Bürger Krügel dreimal in Direktwahlen im Amt. „König Krügel“ wurde er gerne scherzhaft, aber auch von den Kritikern seiner Entscheidungsfreude genannt. Aus dem Dorf Tornesch hat Roland Krügel jedenfalls eine aufstrebende Stadt gemacht.

Auf die Nachricht, dass Amtsinhaber Roland Krügel (64) am 8. Mai 2018 nicht wieder zur Bürgermeisterwahl kandidieren wird, haben seine Parteifreunde aus der Orts-CDU schnell reagiert und seine Verdienste um die Entwicklung Torneschs gewürdigt. „Seit über drei Jahrzehnten leitet Roland Krügel an der Spitze der Tornescher Verwaltung die Geschicke unserer Stadt.

Tornesch hat sich während seiner Amtszeit prächtig entwickelt, sodass uns im Jahr 2005 die Stadtrechte verliehen worden sind“, lobt der Vorsitzende der Orts-CDU, Daniel Kölbl, die Verdienste des dienstältesten hauptamtlichen Bürgermeisters Schleswig-Holsteins. Anerkennung gegenüber der Arbeit, die Roland Krügel in mehr als 30 Jahren für die Entwicklung von Tornesch geleistet hat, zollt auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Christopher Radon. „Wer mit Roland Krügel zusammenarbeitet, weiß, dass unser Bürgermeister klare Vorstellungen und Ziele hat, wie er Tornesch gestalten möchte. Mit seiner Durchsetzungskraft hat er es in den vergangenen Dekaden immer wieder vermocht, die Interessen von Tornesch im Kreis und im Land durchzusetzen.“

Radon würdigt auch das persönliche Engagement des langjährigen Bürgermeisters. „Roland Krügel setzt sich bis heute mit großem Herzblut für Tornesch ein. In der politischen Arbeit merken wir immer wieder, dass ihm unsere Heimat am Herzen liegt“, so Radon in einer Presseerklärung. Jeder, der Krügel kennt, weiß, dass er in den mehr als 30 Jahren in Tornesch zu einem fast „echten Tornescher“ geworden ist. Als er sich um das Bürgermeisteramt bewarb, kannte er den Ort allerdings nur vom Hörensagen und der Landkarte. Sehr begeistert sei er nicht gewesen, als er das erste Mal in dem Dorf mit einer Bahnlinie mitten durch den Ort gewesen sei, erzählte er einmal gegenüber unserer Zeitung.

Vom Dorf zur Stadt

Doch Krügel wurde mit seiner Familie schnell heimisch und machte mit seinen Kommunalpolitikern knapp 20 Jahre später aus dem Dorf Tornesch eine Stadt mit Vorbildcharakter. Unter seiner Amtszeit wurden in Tornesch unter anderem Kindergärten und die Klaus-Groth-Schule mit Mehrzweckhalle und Sportanlage gebaut, wurden die Feuerwachen zukunftsfähig erweitert und die Feuerwehren modern ausgestattet, wurden Wohngebiete mit Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten geschaffen, erhielt Tornesch Einkaufsstätten rund um den Bahnhof, wurden Straßen saniert, Gewerbegebiete entwickelt und drei Partnerschaften mit Kommunen in Polen, Dänemark und Österreich geschlossen.

Mit seiner guten Verbindung zur Wirtschaft hat Krügel die Gewerbeansiedlung vorangebracht und damit Arbeitsplätze und Steueraufkommen in Tornesch gesichert. Gerne hätte er die Fusion der Stadt Tornesch mit der Nachbarkommune Uetersen in seiner Amtszeit erlebt. Immer wieder zählte er Vorteile auf. Doch er konnte die Fusionsgegner nicht überzeugen. Sein „Königreich“ folgte ihm nicht, wollte sich lieber alleine weiterentwickeln. Gemeinsame Wege mit der Nachbarstadt wurden jedoch durch die Gründung eines Schulzweckverbands für die Klaus-Groth-Schule und den Zweckverband für die gemeinsame Volkshochschule Tornesch-Uetersen beschritten.

Bis zum 30. Juni 2018 hat der Bürgermeister noch viel auf dem Zettel. „Ich zähle nicht die Tage, die Arbeit geht weiter. Es gibt noch allerhand zu erledigen“, betont Krügel. So will er bis zum Ende seiner Amtszeit die Sanierung der DRK-Kindertagesstätte abgeschlossen und das Richtfest des neuen Kindergartens „Seepferdchen“ gefeiert haben. Auch ein neues Gewerbegebiet in Oha und den See mit Gestaltung der umliegenden Grundstücke im Wohngebiet „Tornesch am See“ will er mit fertigen Planungen übergeben. Als Nachfolger würde er sich jemanden wünschen, der Verwaltungserfahrung mitbringt und ein „vernünftiges Verhältnis zu Politik, Verwaltung und Bevölkerung“ unterhält, verrät Krügel. „Alles hat seine Zeit und ich möchte nicht, dass man mir sagt, nun ist es Zeit.“ Nach im nächsten Jahr dann 32 Jahren Bürgermeisteramt freue er sich auf die freie Zeit für Familie, Freunde und was sonst noch kommt, so Krügel.

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