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Uetersener Nachrichten

24. Oktober 2017 | 04:59 Uhr

Erlebniswelt : Robuste Kiefern für den Mond

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Im Mittelpunkt der schulbiologischen Abteilung „Entwicklungsgeschichte“ der Bäume steht seit dem Herbst 2013 der spektakuläre, weltweit einzigartige und bis zu einer Höhe von 10 Metern naturgetreu nachgebildete Stamm- und Wurzelbereich des größten Baumes der Welt. Es ist der „General Sherman“, ein Riesen-Mammutbaum aus der Sierra Nevada im westlichen Kalifornien. Am 4. Oktober 2013 (die UeNa berichteten) wurde in die Spezialbetonhülle, also in den Innenraum, ein 12 Meter hoher, etwa 45-jähriger Mammutbaum gepflanzt. Der junge General Sherman Junior` ist gut angewachsen. Trieb- und Wurzelwachstum sind optimal. Um die wie eine Kathedrale anmutende Baumhülle herum wird zurzeit eine spannende Baumerlebniswelt angelegt. Begonnen wurde mit der Pflanzung einer äußerst seltenen Kiefernart. Es ist die Langlebige Kiefer „Pinus longaeva“ die, wie auch der Riesen-Mammutbaum, ihre Heimat in Kalifornien hat.

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2014 | 21:34 Uhr

Relativ spät, nämlich erst Mitte der 50er Jahre entdeckte der Baumwissenschaftler Dr. Schulmann diese Bäume. Viele der Kiefern leben schon seit über 4000 Jahren in den von Eisstürmen und langen Dürreperioden geprägten, 3000 Meter hohen, äußerst kargen Gebirgsregionen der White Mountains.

Hans-Dieter Warda, Direktor des Arboretums: „Diese Kiefern haben eine unglaubliche Lebenskraft. Mit ihnen würde ich die Mondaufforstung wagen.“ Bei einem Exemplar wurde im Jahr 2012 sogar das legendäre Alter von 5062 Jahren festgestellt. Diese Kiefer ist der älteste Baum, das älteste Lebewesen der Welt. Damit die in der Baumerlebniswelt gepflanzten Kiefern auch bei uns im Norden mehrere Tausend Jahre alt werden, haben die Gärtner der Norddeutschen Gartenschau Hügel mit einem speziellen Bodenaufbau und Drainagen hergerichtet.

Ein zweites Highlight ist der noch weitgehend unbekannte Kalifornische Baummohn. Wir hoffen, dass er noch in diesem Sommer seine riesigen, weißgelben Blüten öffnet. Nach Fertigstellung der Freianlagen geht es an die Gestaltung des begehbaren Baum-Innenraumes. Der Originalbaum hat immerhin einen Durchmesser von 11,20 Meter. Hier soll mit LED-Technik an einem Längsschnitt durch den riesigen Baumkörper der Aufbau des Stammes und die innere Zellstruktur dargestellt werden. Darüber hinaus sollen Videofilme und Bildtafeln über die Ökologie und Bedeutung der Bäume für die Umwelt informieren. Dazu Professor Warda: „Mit der Baumerlebniswelt wollen wir nicht nur Bewunderung und tiefe Ehrfurcht vor den lebenden Baum-Giganten auslösen, sondern auch einen Beitrag zur Umweltbildung und Naturerziehung leisten.“

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