180 Meter hohe Windräder : Repowering im Windpark Uetersen: Grüne sind klar dafür

Der Mehrheitseigner Planet Energy plant ein Repowering des Windparks.
Der Mehrheitseigner Planet Energy plant ein Repowering des Windparks.

BfB-Fraktion will erst einmal abwarten. Für FDP-Fraktionschef Rolf Maßow ist das ein Schlag ins Kontor.

shz.de von
16. Juli 2018, 12:00 Uhr

Uetersen | Planet Energy will den Windpark Uetersen mit mindestens 180 Meter hohen Kraftwerken bestücken und zwar zügig. Doch noch gilt im Bestandswindpark eine Höhenbegrenzung von 100 Metern. Ausschließlich die Ratsversammlung kann diese aufheben. Shz.de hat bei den Fraktionen nachgefragt, inwieweit sich die Pläne des Mehrheitseigentümers des Windparks am Rande der Stadt unterstützen.

Sabine Lankau von der BfB-Fraktion erkennt keinen Handlungsdruck: „Zu den ganz neuen Beschlüssen der Landesregierung gibt es noch keine Beratungen und Beschlüsse.“ Jetzt sei auch erst einmal Sommerpause. Man werde sich, wenn Planet Energy die Pläne vorlegt, eine Meinung bilden.

Das zweithöchste Bauwerk im Kreis Pinneberg

FDP-Fraktionsvorsitzender Rolf Maßow hat sich schon eine eigene Meinung gebildet. Vorbehaltlich der intensiven Sichtung der neuen Vorschriften und Entscheidungen des Landes könne er für sich sagen, dass dies ein Schlag ins Kontor der Uetersener Bürger sei. „Hier soll jetzt also das zweithöchste Bauwerk im Kreis Pinneberg errichtet werden. Und das für die Erzeugung von Strom, der jetzt schon in Schleswig-Holstein nicht verbraucht werden kann und für dessen Weitertransport in andere Bundesländer schlichtweg die Transportwege fehlen. Wir werden die Entscheidung des Landes intensiv prüfen und dann als FDP-Fraktion im Rat der Stadt Uetersen zu einem Handlungskonzept für das weitere Verfahren kommen. Die B-Planänderung werden wir sehr kritisch begleiten.“

Uetersen ist ein Wirtschaftsstandort

Ganz anders die Grünen, die die eingeleitete, deutschlandweite Energiewende konstruktiv begleiten wollen. Thorsten Berndt vom Uetersener Ortsverein: „Wir stehen dem Repowering grundsätzlich positiv gegenüber. Planet Energy hat die gesetzliche Möglichkeit, wir unterstützen das und würden im Rahmen der Beteiligungsverfahren die Abwägung durchführen. Wir als Fraktion definieren Uetersen auch als Wirtschaftsstandort, Planet Energy ist ein Wirtschaftsbetrieb wie jeder andere, der das Recht hat, sich weiterzuentwickeln.“ Außerdem sei der Eigentümer des Windparks ein Gewerbesteuerzahler. „Von daher unterstützen wir das Repowering und stehen der Höhe von 180 Metern grundsätzlich positiv gegenüber.“ Und das auch mit dem Wissen, dass sich größere Rotoren wesentlich langsamer drehen würden. Das Auge empfinde größere Anlagen daher als weniger störend, sagt Berndt.

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