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Kaufmännische Entscheidung : Regiokliniken: Tschüß Uetersen! Wir haben fertig!

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Das ist ein wirklicher Hammer! Sechs Jahre nachdem die RegioKliniken das frühere Kreiskrankenhaus an der Bleekerstraße (das Bleekerstift) übernommen und in eine Pflegeschule sowie den Sitz der Geschäftsleitung umgewandelt haben, zieht die Karavane jetzt weiter. Die Lichter gehen aus an der Bleekerstraße – wohl für immer.

„Die RegioKliniken sehen keine Zukunft mehr für den Standort in Uetersen“, heißt es, nachdem die Uetersener Nachrichten Wind von dem Vorhaben bekamen, nüchtern in einer Pressemitteilung der Kliniken, bei der der Kreis nur noch Minderheitsgesellschafter ist. Das Sagen hat Sana. Ein Gesundheitskonzern, der mit dreistelligen Millionengewinnen protzt (146 Mio in 2011) und auch damit, dass er seit 2004 28 Krankenhäuser mit einem Umsatzvolumen von 700 Millionen Euro übernommen, also gekauft hat.

Doch die Gewinne sollen weiter sprudeln können. Da ist kein Platz für das Alte in Uetersen. „Das Unternehmen sucht nach einem neuen Sitz für die Verwaltung und die Pflegeschule“, heißt es in dem Papier weiter.

Gründe werden gleich mehrere genannt. Zum einen ein hoher Sanierungsbedarf, der auch aus der jüngsten Brandverhütungsschau resultieren soll. Zum anderen, sagt Hauptgeschäftsführer Otto Melchert, habe die Stadt Uetersen selber dazu beigetragen, dass man nun gehen müsse. Die Stadt habe beschlossen, den Park des ehemaligen Bleekerstifts als Baugebiet auszuweisen. „Bei einer Bebauung des Parks verlieren wir den Großteil unserer Parkplätze“, so der Hauptgeschäftsführer weiter. Für den Verlust gebe es in unmittelbarer Nähe der Hauptverwaltung und der Pflegeschule (243 Ausbildungsplätze) keine Alternativen. Vor diesem Hintergrund, so Melchert, sei Uetersen nicht geeignet, um sich für die Zukunft aufzustellen.

Einen neuen Standort für beide die Rosenstadt nun verlassenden Einrichtungen gibt es bislang noch nicht. Melchert wollte keine Angaben dazu machen, wo dieser entstehen könnte. Für den Hauptgeschäftsführer steht lediglich fest: „Der Betrieb eines vierten Standorts zusätzlich zu den drei Akutkliniken im Kreis bindet Ressourcen und eine Anbindung an eines unserer beiden großen Krankenhäuser wäre deshalb sinnvoll.“ Die zukünftige Parkplatzsituation ist daher wohl eher ein vorgeschobener Grund, aber vermutlich auch eine willkommene Gelegenheit für Regio, Uetersen nun endgültig den Rücken zudrehen zu können.

Nach unbestätigten UeNa-Informationen soll die neue Pflegeschule in Elmshorn angesiedelt werden. Auch der Sitz der Geschäftsleitung wird demnach in der Krückaustadt neu entstehen. Genug Platz für beide Einrichtungen ist dort gegeben. Bürgermeisterin Andrea Hansen hat sich zu den Absichten der RegioKliniken wie folgt geäußert: „Seit dem Verkauf der Kliniken hat die Stadt keinen Einfluss mehr auf unternehmerische Entscheidungen der Kreiskliniken. Eine Überplanung bietet uns Chancen für die Stadtentwicklung. Die Stadt Uetersen trägt zum zweiten Mal die Folgen der verfehlten Privatisierungspolitik."

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erstellt am 05.Aug.2012 | 19:33 Uhr

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