Sprachkurs : Regio snackt op Platt

Gute Therapeuten holen ihre Patienten dort ab, wo sie stehen. Das geht auch über Sprache. Die Initialzündung für die Idee, an den Regio Kliniken einen Plattdeutschkurs anbieten zu lassen, habe er beim Lesen einer Studie gehabt, die besagte, dass Ärzte und Pflegepersonal einen leichteren Zugang zu Patienten mit demenzieller Erkrankung haben, wenn sie diese in ihrer Alltagssprache ansprechen, sagte Thomas Wygold, Ärztlicher Direktor der Regio Kliniken, gestern während eines Pressegespräches. „Das leuchtete mir schnell ein“, gestand der Mediziner.

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26. September 2011, 21:12 Uhr

Viele ältere Patienten der Regio Kliniken sind mit der plattdeutschen Sprache gut vertraut. Das Plattdeutsche ist ihre Mutter- also ihre Alltagssprache. Warum dann nicht dafür sorgen, dass möglichst viele Mitarbeiter in der Lage sind, diesen Patienten, die durch den Krankenhausaufenthalt aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen wurden, ein Gefühl von Heimat zu geben? Mit dem Sprecher der Kliniken, Sebastian Kimstädt, wurde an dem Konzept gefeilt. Heraus kam eine „Schulung op Platt“, die am Mittwoch in den Räumen des Bildungszentrums an der Bleekerstraße beginnt. Einen Partner für guten Unterricht fanden die Kliniken bei der Theaterbühne Elmshorner Speeldeel. Deren Vorsitzender, Gerd Richert, war sofort begeistert: „Unser Anliegen ist es, das Plattdeutsche zu verbreiten. Und der Klinik-Kurs ist eine gute Möglichkeit, diese Sprache am Leben zu erhalten“, so der Vereinsvorsitzende.

Rund 200 Mitarbeiter der Regio Kliniken können sich bereits auf Niederdeutsch unterhalten. Sie haben den „Ick snack Platt“- Anstecker schon erhalten. Für den neuen „Basiskurs“ haben sich mehr als 20 Mitarbeiter angemeldet. Wer alle sieben Abende dieses Kurses besuche, so der Ärztliche Direktor, werde diese Nadel ebenfalls und zudem ein Zertifikat erhalten, das ihn als Plattsnacker ausweise.

Eine Anmeldung ist per E-Mail noch möglich. Sie werden unter sebastian.Kimstädt@regiokliniken.de“ entgegengenommen. „Wir wissen, dass die Initiative von anderen Häusern, auch von unserem Mutterkonzern, beobachtet wird.“ Es sei daher gut möglich, dass ein solcher Sprachunterricht bald auch in anderen Regionen zu beobachten sein wird, so Dr. Wygold.

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