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Uetersener Nachrichten

19. August 2017 | 04:22 Uhr

Kampfabstimmung : Reformer setzen sich durch

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Modernisiert wird die Leitungsstruktur im Amt Moorrege. Die Einführung eines hauptamtlichen Amtsdirektors hat der Amtsausschuss während seiner jüngsten Sitzung im Neuendeicher Dörpshus beschlossen. Deutlich fiel die Entscheidung mit 17 zu sechs Stimmen in geheimer Abstimmung aus.

Der bisherige Chef, der ehrenamtlich tätige Amtsvorsteher Walter Rißler (CDU) hat zukünftig weitgehende repräsentative Aufgaben. Aufgewertet zum Amtsdirektor wird der jetzige Leitende Verwaltungsbeamte Rainer Jürgensen (parteilos).

Etwa 60 Bürger verfolgten die Diskussion. Politiker, viele Mitarbeiter des Amtes, aber auch wichtige Personen des öffentlichen Lebens, wie der Tornescher Bürgermeister Roland Krügel, der Appen-musiziert-Initiator Rolf Heidenberger (beide gehörten zu den ersten Gratulanten bei Jürgensen), der ehemalige Groß Nordender und Uetersener Bürgermeister Wolfgang Wiech sowie Bärbel Voß, Büroleiterin der Uetersener Bürgermeisterin, waren gekommen.

Ausgelöst hatte die Appener Gemeindevertretung mit einem Antrag die Diskussion. Deren Vertreter führten sachliche Argumente an. Ein Verwaltungsmann verfüge über mehr Kompetenz als ein Politiker, erklärte der erste stellvertretende Amtsvorsteher Hans-Peter Lütje. Die Aufgaben würden immer vielfältiger, das Amt durch die neue Struktur gestärkt. Appens Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak (beide CDU) verwies darauf, dass bereits 1973 der damalige Ministerpräsident Gerhard Stoltenberg angeregt hatte, die Amtsverwaltungen von der Ehren- in die Hauptamtlichkeit zu führen.

Die Position Rißlers versuchte mit Uwe Hüttner ein Parteifreund aus seinem Dorf zu stützen. Der Amtsvorsteher hätte keine Probleme, die ihm übergebenen Aufgaben zu erledigen. Funktionierende Strukturen würden zerschlagen, so der Holmer CDU-Vorsitzende. „Maßloser Druck von einigen“ und „Karrierewünsche Einzelner“ machte Hüttner aus.

Die Amtsführung Rißlers sei nie beanstandet worden, entgegnete der Appener SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Lorenzen. Und der Neuendeicher Bürgermeister Reinhard Pliquet (SPD) verwies auf die zahlreichen Verwaltungen Schleswig-Holsteins, die schon den Weg zum Amtsdirektor gegangen sind.

Neben den Holmer Christdemokraten mochte sich nur der Moorreger CDU-Vorsitzende Jan Schmidt öffentlich für Rißler stark machen. „Enttäuscht“ sei er, dass der erst im Sommer 2013 wiedergewählte Amtsvorsteher jetzt „demontiert“ werde. Schmidt kennzeichnet dies allerdings als seine persönliche Sicht.

Nachdem das Abstimmungsergebnis verkündet worden war, brandete Applaus auf. Jürgensen reichte Rißler die Hand. „Ich möchte diejenigen überzeugen, die jetzt noch nicht für den Amtsdirektor waren“, sagte er.

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erstellt am 23.Nov.2014 | 22:01 Uhr

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