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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 07:56 Uhr

Radsport : Rautenbergs Plan ging auf

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Vor den „Vattenfall Cyclassics“, dem bedeutendsten Eintagesrennen Deutschlands, hatte die in Haselau lebende Susanne Rautenberg die Idee, die Start-Unterlagen mit dem Rad aus Hamburg zu holen. „Was mich da geritten hat, kann ich jetzt nicht mehr sagen – aber gefühlt hatte ich auf dem Hin- und Rückweg 13 Beinahe-Unfälle“, so Rautenberg. Am Sonntag startete die Haselauerin dann auf der 55-Kilometer-Runde. Dafür hatte Rautenberg sich folgenden Schlachtplan zurechtgelegt: „Ich wollte bis Blankenese an der Spitze dranbleiben. Und klar war auch: Nicht vorne fahren, nicht im Wind fahren, nicht stürzen und nicht unkonzentriert fahren!“

In den Straßen Hamburgs funktionierte dies hervorragend und weil die Fahrer vom „Safer Cycling“ auf jede gefährliche Ecke und jede Verkehrsinsel rechtzeitig aufmerksam machten, fühlte sich Rautenberg „sehr sicher“. Auf der LSE gab es von Schenefeld bis in den Süden Pinnebergs viel Gegenwind. „Ich habe die richtige Seite ausgewählt“, so Rautenberg, die in Holm ihren „Heimatkreisel“ außen passierte. Dann ging es nach Wedel, wo die Haselauerin sich am Roland links hielt und in der Rechtskurve so, wie sie sich vorgenommen hatte, nicht bremste. Die Bodenwellen in Schulau sorgten für Herzklopfen, wurden aber sicher passiert, ehe es auf der Parnaßstraße aufwärts ging.

„Ich wollte aber nicht hundert Prozent geben, um nicht wieder am Kösterberg abreißen lassen zu müssen“, so Rautenberg, die in Blankenese drei Konkurrentinnen abschüttelte und die 3100 Meter lange Bergwertung gewann. „Dass ich als erste den Torbogen passiert und die Bergwertung gewonnen habe, war mir in dem Moment gar nicht bewusst“, gab Rautenberg zu. Denn in diesem Augenblick sah sie die Spitzengruppe der Männer, an die sie sich schnell heran kämpfte. Nach einem kurzen Gespräch mit Toni Carboni (Halstenbeker TS) waren die Reeperbahn und das Rennende nicht mehr weit entfernt. „Ich habe mir gesagt, dass ich jetzt bloß nicht schlappmachen darf“, so Rautenberg, die anschließend erstmals in ihrer Radsportkarriere die letzten beiden Kilometer in der dritten Reihe fuhr.

Als 15 Fahrer stürzten, konnte Rautenberg soeben noch an dem Pulk vorbei fahren und kam, das Trommeln der Zuschauer im Ohr, dem Ziel immer näher: Noch fünf Kurven, noch vier, noch drei, noch zwei ... Auf der Zielgeraden musste noch ein besonderes „Hindernis“, das drei Feuerwehr-Leiterwagen bildeten (eine Demonstrantin saß in einem Baum), umfahren werden – dann überquerte Rautenberg 27 Sekunden nach dem Sieger der Männer das Ziel und hatte in der Frauen-Konkurrenz satte 1:30 Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte. „Ich habe mich wie ein Schnitzel gefreut“, strahlte Rautenberg, die betonte: „Es hat sich gelohnt, acht Wochen auf Alkohol und Süßigkeiten zu verzichten!“

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erstellt am 29.Aug.2013 | 17:09 Uhr

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