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Elmshorner Speeldeel : Raffgier trifft auf Helfersyndrom

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Um einen eingebildeten Kranken handelt es sich zwar nicht bei Bauer Jakob Tiete, der Hauptfigur von „Wat mutt, dat mutt!“. Hauptsächlich aus Geldgier und auch ein bisschen, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, machte er sich im neuen Stück der Elmshorner Speeldeel zum schwer leidenden Menschen. Aber wie der Hypochonder in den klassischen Komödien steht er am Ende als geläuterter Mensch da. Mit stürmischem Applaus wurde die Premiere des Schwanks im Moorreger Infozentrum gefeiert, die das örtliche DRK organisierte. Regie führte Tilmann Weiherich.

Am Beginn des Stückes von Bernard Fathmann steht ein Vertrag. Der Bauer verkauft seinen Hof deutlich unter Wert, will sich aber von dem Käufer bis an sein Lebensende pflegen lassen. Versteckt hat er eine Klausel in dem Papier, nach dem der Hof an ihn zurück fällt, sollte der Käufer die Pflege beenden.

In seiner Rolle des geldgierigen Bauern geht Herbert Hübsch auf. So richtig mit Lust und Laune spielt er den quengelnden, verschlagenen, missmutigen und selbstmitleidigen Mann. Kann er ihn im ersten Akt ausspielen, wird dem Miesepeter im zweiten eine Gegenspielerin vor die Nase gesetzt. Jutta Ennulat spielt die Krankenpflegerin Karin zupackend und kraftvoll. Ratzfatz kauft sie ihm den Schneid ab. Auch sie hat sichtlich Spaß an der Darstellung einer Frau, die mit Nachdruck helfen will und dabei keine Widerrede duldet. Mit „Wat mutt, dat mutt“ kündigt sie weitere unangenehme Behandlungen an. Die beiden liefern sich furiose Wortgefechte, bei denen es schon mal handgreiflich werden kann, wobei das vermeindlich schwächere Geschlecht die Oberhand behält. Zigarren, Schweinebraten und Hähnchen werden dem alten Meckerpott verboten. Stattdessen gibt es Kamillentee, Zwieback und Haferschleim.

Bei so viel Power muss es in dem Vier-Personen-Stück auch stillere Menschen geben. Martha (Maren Lötje) pflegt zuerst den Griesgram und verzweifelt schnell an der Aufgabe. Verständnis findet sie bei dem Untermieter Kurt (Bodo Koopmann).

Der hat sein Erspartes in die Entwicklung eines Flugzeugmotors gesteckt. Ein Auge hat er auf Martha geworfen, doch ist er alles andere als ein schneidiger Herzensbrecher. Zu den anrührenden Momenten der Aufführung gehört es, wenn sich Kurt und Martha das erste Mal küssen.

Weitere AufführungenB ereits am Mittwoch, 6. November,, ist „Wat mutt, dat mutt“ wieder im Verbreitungsgebiet der UeNa zu sehen, und zwar in der Uetersener Gaststätte „Zur Erholung“ ab 20 Uhr. Weiter Aufführungen des neuen Speedeel-Schwanks sind im Heistmer „Lindenhof“ (10. November ab 16 Uhr), dem „Haseldorfer Hof“ (15. November um 18 Uhr), Kröger’s Gasthof“ in Tornesch-Ahrenlohe (17. November ab 16 Uhr) und dem Appener Bürgerhaus (21. Dezember um 15.30 und 19.30 Uhr) vorgesehen. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen. (tp)

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erstellt am 28.Okt.2013 | 21:55 Uhr

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