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Uetersener Nachrichten

19. Oktober 2017 | 23:02 Uhr

Jahresversammlung : Quo vadis, Tourismusverein?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Wir sind gewachsen, haben immer neue Produkte aufgenommen, doch nun stoßen wir an unsere Grenzen“, verband die Vorsitzende Bärbel Thiemann die positive Bilanz der fast 15-jährigen Geschichte des Vereins „Tourismus in der Marsch“ mit einem nicht sehr optimistischen Blick in die Zukunft.

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2012 | 21:26 Uhr

Denn „die personellen Kapazitäten sind ungenügend“, erklärt die Tourismusmanagerin Hannah Heberlein den 13 Mitgliedern, die zur Jahresversammlung des TiM in den Rißler-Hof „Café und Bleibe“ in Holm gekommen waren. Den Ehrenamtlern aus dem Vorstand kommt bei der Organisation von Veranstaltungen eine hohe Bedeutung zu. Und ab Juni steht nicht mehr die Mitarbeiterin zur Verfügung, die sich im Elbmarschenhaus nicht nur um den Ausstellungsbereich kümmert, sondern auch Anfragen beantwortet und Info-Material verschickt. Neben dieser Ein-Euro-Jobberin fällt ab Ende Mai auch eine Mitarbeiterin weg, die mit acht Wochenstunden für den TiM im Elbmarschenhaus wirkt. Es bleibt nur noch Hannah Heberlein (20 Stunden in der Woche) und der Nabu kümmert sich alle zwei Wochen sonnabends und sonntags um Ausstellung und Information. Die Bilanz von Hannah Heberlein: „Überstunden sind schon jetzt die Regel.“ Man bemühe sich um neue Leute, so der Elbmarschenhaus-Leiter Bernd-Ulrich Netz, doch „es sieht nicht gut aus.“ Als Lösung möchte er das Elbmarschenhaus nicht mehr sieben Tage die Woche geöffnet halten, sondern vielleicht am Montag und Dienstag geschlossen halten. Aus der Sicht von Bärbel Thiemann müssten der Kreis und die Kommunen mit zusätzlichen Mitteln für Abhilfe sorgen. „Die Politiker sehen nicht, dass hier Wirtschaftskraft geschaffen wird“, kritisierte sie. Mehrere Mitglieder schlossen sich der Meinung der Initiatorin des Vereins an.

Hannah Heberlein unterstützte sie, doch gibt es aus ihrer Sicht noch eine weitere Möglichkeit. Sie möchte zusätzliche Unterstützer werben, denn mit 66 Mitgliedern ist aus ihrer Sicht noch Potenzial nach oben. Es gibt viele Menschen und Betriebe in der Unterelberegion, die von der Arbeit des Vereins profitieren, aber ihn nicht durch ihren Mitgliedsbeitrag unterstützen. Großes Fest zum Drehbrücken- und Vereinsgeburtstag„Kunst und Mehr“ ist mit 1200 Besuchern das Highlight im vergangenen für den „Tourismusverein in der Marsch“ gewesen, konnte die Tourismusmanagerin Hannah Heberlein bilanzieren. Die TiM-Ausstellung im Hof Westerort in Neuendeich wird es 2012 jedoch ebenso wenig geben wie das Blütenfest in Seester, das bisher mit Kunst und Mehr im jährlichen Wechsel organisiert wurde. Haupt- und Ehrenamtler konzentrieren sich in diesem Jahr auf das „Brückenfest“. Die Drehbrücke Klevendeich wurde vor 125 Jahren eingeweiht. Das ist dem TiM ein Fest am 12. August wert, mit dem gleichzeitig auch noch die Gründung des Vereins vor 15 Jahren gefeiert werden soll.

Top-Angebote des Vereins sind die Touren mit dem Tidenkieker ins Naturschutzgebiet, die Schlossparkführungen und Boßeltouren. Bereits seit einigen Jahren stiegen die Buchungen kontinuierlich an, so Hannah Heberlein. Mit 11117 Besuchern des Elbmarschenhauses liegt die Zahl ungefähr im Bereich der Vorjahre. Leicht rückläufig ist die Nutzung der Website des Elbmarschenhauses (86143 Klicks). Für 2012 hat sich die Tourismusexpertin eine deutliche Überarbeitung vorgenommen.

Kräftig geworben wurde mit Publikationen, wie dem Veranstaltungskalendern, Flyern zu den Apfeltagen, dem Gastgeberverzeichnis „Kiek mol in“, einer Entdeckerkarte und der neuen Schatzkarte („heiß ersehnt“, so Hannah Heberlein). Hohe Bedeutung misst sie der Werbung in überörtlichen Medien zu, wie Hamburger Stadtmagazinen, im Internet sowie im NDR-Hörfunk und -Fernsehen. Es gibt aber auch touristische Angebote, die nicht so gut laufen. So wird der Verleih von Elektro-Fahrrädern spärlich genutzt, die in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Barmstedt und Wedel sowie JaSpo organisiert werden. Außerdem fährt der im Sommerhalbjahr eingesetzte Fahrradbus meist leer durch die Marsch. Mehrere Mitglieder monierten, dass für dieses Angebot keine Werbung gemacht wird. (tp)

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