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Familienklassen : Quo vadis, Hetlinger Grundschule?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Deutliche Worte hat Schulrat Dirk Janssen zur Situation in der Grundschule Haseldorfer Marsch während der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses gewählt. Personell sei man „auf Kante genäht.“ Und als „nicht verantwortbar“ bezeichnete er die Situation in Hetlingen.

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erstellt am 06.Okt.2014 | 21:00 Uhr

Dort gibt es seit dem Sommer zwei „Familienklassen“. Erst- bis Viertklässler werden gemeinsam unterrichtet. In die Familienklassen gehen 18 beziehungsweise 19 Schüler. Hetlingen bleibt damit unter der Marke von 40 Mädchen und Jungen, die Janssen einst als untere Grenze bezeichnet hatte. Dies wiederholte er allerdings während der Sitzung des Amtsausschusses im Schulungsraum der Hetlinger Feuerwache nicht.

Zwei Pädagoginnen werden in der Tochterschule der Haseldorfer Bildungseinrichtung eingesetzt, erläuterte Joachim Kähler, Rektor der Grundschule Haseldorfer Marsch. Für ihre Arbeit gab es Lob von Janssen und Kähler.

Allerdings kann sich morgens und in den letzten Unterrichtsstunden nur eine Lehrerin um die beiden Klassen kümmern. Bei einem „Querschuss“ könnte es kurzfristig kritisch werden, so Janssen, und man habe die Existenzfrage auf dem Tisch.

Kähler bekräftigte die Aussage seines Vorgesetzten. Er sieht Probleme bei Erkrankungen von Lehrerinnen, die Vertretung zu organisieren.

Entspannung könnten Schulassistenten bringen, die das Land ab 2015 finanziert. Die sollen sich um die Inklusion kümmern, so der Schulrat. 1,5 Millionen Euro kommen im Kreis Pinneberg an. Voraussichtlich 35 Stellen können geschaffen werden. „Das sind keine Lehrer“, schränkte Janssen ein, „sie haben eine Unterstützungsfunktion.“

Das Hetlinger Modell hat durchaus seine pädagogischen Qualitäten. Rektor Joachim Kähler verwies auf die Vergleichsarbeiten der Drittklässler, bei denen die Kleinschule im Vergleich zu anderen Einrichtungen im Kreis gute Ergebnisse erzielten. Was der Lehrer nicht verriet: Die Hetlinger Schüler schnitten klar besser ab als die Haseldorfer.

Thomas Hölck (SPD) wollte von Janssen wissen, ob er „einen Plan B“ habe. Das wurde verneint. Die rechtliche Situation sei schwammig, so der Vertreter des Schulamtes. Außerdem gebe es einen Vertrag zwischen Hetlingen, Haseldorf und Haselau. Der garantiert die Existenz der Mini-Schule. Er setze auf vertrauensvolle Gespräche, so der Schulrat, etwa sollten die Lehrerinnen an die Grenzen der Belastbarkeit kommen.

„Nicht eingeführt, weil wir so reformfreudig sind“„Gut angelaufen“ ist aus der Sicht von Joachim Kähler, Rektor der Grundschule Haseldorfer Marsch, das Modell der Familienklasse in Hetlingen. Sieben Schüler seien im Sommer eingeschult worden. Sie wurden auf die beiden Klassen verteilt.

Kähler erklärt, dass das neue Modell „nicht eingeführt wurde, weil wir so reformfreudig sind.“ Es sei eine Reaktion auf die sinkenden Schülerzahlen gewesen, stellte der Schulleiter fest.

Entspannt hat sich die Situation auf der Hetlinger „Mutterschule“, der Grundschule in Haseldorf. Ging man im Frühjahr noch von 32 bis 34 Erstklässlern aus, so sind im Sommer nur 28 eingeschult worden. Als Reaktion auf die ersten Zahlen hatte sich eine Eltern-Initiative gebildet, blickt Amtsvorsteher Rolf Herrmann (CDU) zurück. Die wurde beim Rektor und dem Schulrat vorstellig.

Aufgrund der hohen Schülerzahl wurde der Marsch-Grundschule 1,5 Lehrerstellen für die 1. Klasse zugebilligt. In Deutsch und Mathematik kann deswegen in zwei Gruppen unterrichtet werden. Schulrat Dirk Janssen stellte klar, dass es bei der dann eingetretenen Schülerzahl von 28 nur eine Lehrerstelle hätte geben dürfen. (tp)

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