Schwimmhalle auf dem Prüfstand : Quo vadis, Frenzel-Halle?

Wohin gehst Du, Jürgen-Frenzel-Halle? Diese Frage werden sich am Donnerstag die Mitglieder des Sozialausschusses stellen. Und sie sollen sie nach Möglichkeit auch beantworten.

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25. Mai 2015, 21:28 Uhr

Das wird nach Informationen der Uetersener Nachrichten unter Umständen bitter für die Öffentlichkeit, denn genau sie könnte sich in Zukunft die Nase platt drücken – an der Glasscheibe der Eingangstür. Diskutiert wird bereits seit geraumer Zeit, die Schwimmhalle als reine Schulschwimmhalle (unter Berücksichtigung des Vereinsschwimmens) zu nutzen, um Kosten zu sparen. Und, was derzeit auch wichtig ist, um die Voraussetzungen zu erfüllen, damit die Schwimmhalle als Daseinsvorsorge anerkannt wird. Derzeit stuft das Land die Schwimmhalle als „freiwillige Leistung“ ein. Der Status einer pflichtigen Aufgabe (der Schwimmunterricht könnte als pflichtig eingestuft werden) würde Uetersen in die Lage versetzen, die Reparaturen durchführen zu können, die schon bald anstehen könnten. So ist die Lüftungsanlage als demnächst abgängig eingestuft worden. Und auch das große Becken weist erste Risse auf.

Die Stadt hat mit dem Land den bereits bekannten Vertrag zum Schuldenabbau geschlossen. Jede freiwillige Leistung, die Kosten hervorruft, bedarf daher der Gegenfinanzierung. Bei einem Volumen von 415000 Euro ist das keine Kleinigkeit mehr.

Das Land möchte Kommunen bei der Erhaltung ihrer Sportinfrastruktur unterstützen und hat ein entsprechendes Förderprogramm aufgestellt. 50 Prozent der Investitionskosten könnte so das Land übernehmen. Ein entsprechender Antrag wurde vom Hauptausschuss Anfang Mai verabschiedet, wird er vom Land akzeptiert, müssen immer noch mehr als 200000 Euro gegenfinanziert werden. Ohnehin verlangt das Land von der Stadt strukturelle Einsparvorschläge in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro – bis 2018. Sonst gibt es keine Konsolidierungshilfe. Der Tagesordnungspunkt „Schwimmhalle“ soll in nicht öffentlicher Sitzung behandelt werden. Erste Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens gibt es bereits: Die CDU will dagegenreden und dem Wunsch der Verwaltung in dieser Sache nicht folgen. Findet sie eine Mehrheit, bleibt der Tagesordnungspunkt öffentlich. Andreas Stief, CDU-Fraktionsvorsitzender: „Es handelt sich um eine Schwimmhalle, die mit öffentlichen Mitteln unterstützt wird. Und jetzt soll die Öffentlichkeit ausgesperrt werden? Da machen wir nicht mit!“

Schon lange ist beabsichtigt, die Schwimmhalle in den Schulzweckverband zu integrieren. Doch Tornesch (SPD) blockiert. Will davon nichts mehr wissen. Eine neue Gesprächsrunde (Schulzweckverbands-Sitzung) soll aufzeigen, ob es bei dieser Haltung bleibt oder der „Beton“ in den Köpfen der Mandatsträger doch noch bröckeln kann. Die Überführung der Schwimmhalle in den Zweckverband hilft Uetersen beim Schuldenabbau und Tornescher Kinder werden in die Lage versetzt, vor Ort das Schwimmen zu erlernen.

Bislang gehört alleine die KGS dem Verband an. Eine Gemeinschaftsschule, die Uetersen gar nicht mehr benötigt, denn mit der Rosenstadtschule verfügt sie selbst über eine solche, höchst anerkannte Bildungseinrichtung.

Warum sollte die Stadt bei weiterer Blockadehaltung Torneschs nicht auf die Idee kommen, den Schulzweckverbandsvertrag zu kündigen?

Die Sitzung des Sozialausschusses am Donnerstag im Rathaus beginnt um 19 Uhr.

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