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Die Schulleiterin der FES meldet sich zu Wort : Qualitätsverlust bei Zweizügigkeit?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Zwei- oder Dreizügigkeit? Was ist gut für die Friedrich-Ebert-Schule (FES)? Darüber diskutieren Teile der Stadt seit geraumer Zeit. Jetzt hat sich die Schulleiterin zu Wort gemeldet. Ihr Credo: Zweizügigkeit ist gleichbedeutend mit Qualitätsverlust!

Politiker von SPD und CDU sind sich einig: Die FES verliert in Zukunft den dritten Zug. Bereits vom kommenden Schuljahr an sollen nur noch zwei Klassen eingerichtet werden.

Die „schleichende“ Einführung der Zweizügigkeit soll verhindern, dass Kinder, die die FES derzeit besuchen, ihre „Grundschulkarriere“ bis zur vierten Klasse abbrechen müssen. Karen Schlüter sagt, dass Schulen Lehrerstunden nicht pro Klasse, sondern pro Schüler erhalten. Weniger Lehrerstunden führten zu einem Qualitätsverlust, weil dann in der Eingangsphase weniger Doppelbesetzungen möglich seien. Im Krankheitsfall sei bei einer Zweizügigkeit kein Vertretungsunterricht mehr möglich, sondern lediglich die Klassenaufteilung.

Die Rektorin informiert darüber, dass einem integrativ beschulten Kind, das sind Mädchen und Jungen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, 1,5 Sonderschullehrerstunden pro Woche zustünden. An der Friedrich-Ebert-Schule würden seit vielen Jahren schon Kleingruppen mit Förderbedarf eingerichtet. Jedes Kind erfahre so mehr Förderung. Weniger Integrationskinder, bedingt durch die Zweizügigkeit, bedeuteten weniger Förderung, einen geringeren Lernfortschritt für den einzelnen Schüler und somit abermals Qualitätsverlust.

Lehrer wenden pädagogische Methoden an, um die Schüler für das jeweilige Fach zu begeistern. Die Schulleiterin weiß, dass jeder Lehrer über bestimmte Methoden verfügt. Methodenvielfalt und pädagogischer Austausch sei bei einer Dreizügigkeit (15 bis 17 Lehrer) größer und ausgeprägter. Auch der Offene Ganztag leide bei der Einrichtung einer Zweizügigkeit. Denn die vorgeschriebene Mindestteilnehmerzahl an einer Arbeitsgemeinschaft liege bei zehn Kindern. Bei geringerer Schülerzahl sinke auch das Angebot, was erneut zum Qualitätsverlust führe.

Nicht nachvollziehen könne sie daher die Entscheidung des Bildungsausschusses. Insbesondere auch deshalb nicht, weil sich die Mehrheitsfraktionen allen pädagogischen Argumenten verschlössen, massiv gegen den Willen der Eltern stellten, das Schulgesetz, das die freie Schulwahl gewähre, missachteten und die Empfehlungen des Schulrates konstant ignorierten. Karen Schlüter: „Unverständlich bleibt mir auch, dass bei der Schließung der Grundschule ‘Am Roggenfeld’ von denselben Kommunalpolitikern, die sich heute für die Zweizügigkeit aussprechen, die Dreizügigkeit einer Grundschule als die optimale Schulgröße genannt wurde“. Um die Dreizügigkeit zu erhalten, sollte ein Erweiterungsbau auf dem Schulgelände realisiert werden. Dafür plädierten im Ausschuss auch die Fraktionen Bürger für Bürger und Bündnis90/Die Grünen.

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erstellt am 24.Sep.2015 | 19:32 Uhr

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