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Grundschule Haseldorfer Marsch : Quälend lange vor dem Aus

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Gerade noch mal eben die Kurve gekriegt: Der Betreuungsklassenverein Haselau/Haseldorf sorgt weiter für die Kinder berufstätiger Eltern vor und nach dem Unterricht in der Grundschule Haseldorf. Das stand allerdings stundenlang bei der schlecht besuchten Jahreshauptversammlung im Musikraum der Schule auf des Messers Schneide.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2015 | 21:09 Uhr

Der sechsköpfige Vorstand, der sich zum großen Teil nicht bereit erklärte, zur Wiederwahl anzutreten, überlegte gar, die Betreuungsklasse ab sofort dicht zu machen. „Wir sind mit den Aufgaben völlig überlastet“, war der einhellige Tenor „Diese immense Verantwortung können wir nicht länger alleine tragen.“

Da nur 13 von 86 eingeladenen Eltern, die Mitglied im Verein sind, erschienen waren, könne das Interesse der Eltern bei der brandaktuellen Lage an der Versorgung der Kinder während ihrer Arbeitszeiten ja nicht so groß sein, meinte eine der Anwesenden. Genauso groß hingegen die Sorge der anwesenden Bürgermeister Rolf Herrmann, Haselau, und Uwe Schölermann, Haseldorf. Die saßen hinten im Raum auf sehr heißen Stühlen und drückten die Daumen, denn wenn die Betreuung der Kinder nicht sichergestellt ist, gerät auch die Existenz der Grundschule in Gefahr.

Betreuung der Kinder vor und nach dem Unterricht ist heute für berufstätige Eltern enorm wichtig – sie wählen für ihr Kind nur die Schule, in der das selbstverständlich und gut geregelt ist und 20 von 25 neu angemeldeten Kindern sollen in die Betreuung. Schon auf der letzten Amtsausschusssitzung hatten die Eltern des Vereins signalisiert: „So geht es nicht weiter.“ Rolf Herrmann und Uwe Schölermann hatten nachdrücklich versprochen, für drei Container zu sorgen, die das anstehende Raumproblem erst einmal überbrücken, dazu soll eine Verwaltungskraft des Amtes die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder von den organisatorischen Arbeiten entlasten.

Nun präsentierte der scheidende Vorstand gleich eine neue Überraschung, einen Antrag an seine Mitglieder, in dem die Mitglieder beschließen mögen, dass der Vorstand den Schulträger auffordert, „zum nächstmöglichen Termin die Übernahme der Trägerschaft der Betreuungsklasse zu übernehmen“.

Das Ehrenamt im Betreuungsverein sei für nahezu alle neben Familie und Beruf nicht mehr zu leisten. Der Verein berufe sich auf Hilfe auf Gegenseitigkeit und sei kein Dienstleistungsbetrieb. Der Antrag wurde später von den Mitgliedern angenommen. Schwer hingegen gestalteten sich die Neuwahlen, da sich keiner bei den geschilderten Problemen als Nachfolger stellen wollte. Erst die drohende Schließung veranlasste einige Eltern zum Nach- und Umdenken. Andreas Klabunde ist jetzt Kassenwart, Marcel Kretschmer Beisitzer, 2. Vorsitzende ist Kathleen Schmalisch und als 1. Vorsitzende fungiert Tanja Mamay. Sandra Langbehn bleibt Schriftführerin, ebenso Katja Gitzki vom alten Vorstand als Beisitzerin.

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