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Stolpersteine oxidierten : Putzen gegen das Vergessen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Stolpersteine“, so heißt ein Projekt von Gunter Demnig, das vor 24 Jahren begann. Mit im Boden verlegten, kleinen Gedenktafeln will der Künstler an das Schicksal der Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus (1933 - 1945) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Selbstmord getrieben wurden.

Drei dieser quadratischen Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten gibt es inzwischen seit vier Jahren (wir berichteten) in Uetersen. Mitglieder der von der SPD initiierten Uetersener Geschichtswerkstatt hatten recherchiert und die letzten frei gewählten Wohnhäuser der NS-Opfer ausfindig gemacht. Vor vier Jahren wurden diese „Stolpersteine“ niveaugleich in den Gehweg eingelassen – in Höhe der jeweiligen Wohnungen.

Nun neigt Messing leider dazu, insbesondere aufgrund seines hohen Kupferanteils, schnell zu oxidieren, also erst einmal schwarz zu werden. Das war auch mit den drei „Stolpersteinen passiert“, die an Wilhelm Vollstedt (1888-1942) - von den Nationalsozialisten verfolgt und in der Haft umgekommen, Arthur Sorg (1901-1937), - von der NSDAP verfolgt und in der Haft umgekommen sowie an Johann Peter Britten (1904-1945) - von den Nazis verfolgt und in der Haft umgekommen, erinnern.

Mitglieder der Geschichtswerkstatt und Vertreter des SPD-Ortsvereins hatten sich am Mittwoch getroffen, um die beginnende Patina zu entfernen, waren doch insbesondere die Inschriften nicht mehr lesbar.

Die Aktion an der Lohe 44, am Sandweg 14 und an der Katharinenstraße 7 dauerte gut eine Stunde und muss regelmäßig wiederholt werden.

Anlässlich des „Stolperstein-Putztages“ wurde auch erwähnt, dass es noch mehr gute Gründe für das Einlassen von „Stolpersteinen“ in der Rosenstadt gibt. Ausfindig gemacht wurden bislang 15 weitere Männer und Frauen, die aufgrund ihrer Gesinnung in den Jahren 1933 bis 1945 verfolgt wurden.

So auch Karl Jürs und Karl Christian Haase, die von den Nationalsozialisten verfolgt, angeklagt und verurteilt wurden sowie der Kohlenhändler Hermann Neuenburg - gewählter Stadtvertreter und Stadtrat, der von der NSDAP beurlaubt, ausgeschlossen und auch verfolgt worden ist. Ob und wann daher weitere Erinnerungen in den Gehweg eingelassen werden, steht noch nicht fest.

Am Thema Interessierte wenden sich bitte an die Uetersener Geschichtswerkstatt, die über den SPD-Ratsherren Erhard Vogt (spd-uetersen.de) erreichbar ist.

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erstellt am 03.Mär.2016 | 19:26 Uhr

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