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Uetersener Nachrichten

14. Dezember 2017 | 16:36 Uhr

Diskussion : Psychisch krank durch Arbeit

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mitten in der heißen Phase des Kommunalwahlkampfes hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann und der Kreisverband der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) ein Thema in den Ring geworfen, das nahezu alle Bürgerinnen und Bürger angeht und bundesweit diskutiert werden muss. Im Tornescher Restaurant „Kleiner Friedrich“ ging es dementsprechend auch hoch her: Betriebsräte, Personalräte und Betroffene waren gekommen, um darüber zu sprechen, wie Arbeit psychisch krank machen kann und wie sie diesem immer stärker werdenden Trend entgegensteuern können.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2013 | 20:57 Uhr

Immer größer werdender Druck auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, mehr Schicht- und Sonntagsarbeit, ständige Erreichbarkeit, immer mehr Überstunden, Kollegen, die zu Konkurrenten werden, Mobbing und Ellbogenmentalität, unsichere und kurzfristige Arbeitsverträge und undurchsichtige Seilschaften zwischen Arbeitgebern, Krankenkassen und Ärzten und Berufsgenossenschaften führten oft zu chronischen Erkrankungen und letztendlich zu katastrophalen Bedingungen bis zu Erwerbsminderungsrenten oder „Hartz IV“, referierten die Abteilungsleiterin für Sozialpolitik des DGB Nord, Gabriele Wegner und der AfA-Kreisvorsitzende Norbert Vahl, der deutlich darauf hinwies, dass Personal- und Betriebsräte dringend darauf achten müssen, dass in den Betrieben der gesetzliche Arbeitsschutz eingehalten werden muss.

Arbeitgeber lassen diese Bestimmungen häufig außer Acht, so Gabriele Wegner, die von einem führenden Arbeitgebervertreter berichtete, der annahm, dass Arbeitnehmer ihre psychischen Probleme von Zuhause aus mit in den Betrieb nehmen. Seit dem Jahr 2000, so besagt eine Studie der Techniker-Krankenkasse sind die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen um 70 Prozent gestiegen und verursachen Behandlungskosten von 29 Milliarden Euro.

Die SPD hat daher im Bundestag einen Antrag eingereicht, der sich damit befasst, wie sich Arbeitgeber, Aufsichtsbehörden, Gewerkschaften, Krankenkassen und Berufsgenossenschaften gemeinsam dafür einsetzen können, Vorsorge zu treffen, aber auch psychische Erkrankungen als Berufskrankheit anzuerkennen.

Betroffen machte der große Beratungsbedarf, der auch im Publikum im „Kleinen Friedrich“ deutlich wurde und ganz klar zeigte, wie viele Menschen auch in dieser Region durch Arbeit psychisch erkranken und danach hilflos abgeschoben werden. „Wir müssen noch viele dicke Bretter bohren – aber diesen Problemen müssen wir ganz viel entgegensetzen“ so Gabriele Wegner.

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