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Seniorengerechtes Wohnen : Proteste gegen Dana-Entscheidung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mächtig Staub aufgewirbelt im Dorf hat die Entscheidung gegen den Bau von altengerechten Wohnungen durch die Dana Senioreneinrichtungen GmbH auf dem Grundstück des jetzigen Schlecker-Marktes. CDU und FDP stimmten das Projekt „Dana Lebensstil“ nieder, nur die SPD-Politiker votierten dafür (die UeNa berichteten).

shz.de von
erstellt am 12.Mär.2012 | 21:15 Uhr

Gemeinsam hatten der Bauausschuss, der Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Soziales sowie die Gemeindevertretung getagt. Drei Christdemokraten fehlten entschuldigt, die frühere Bürgermeisterin Helga Schlichtherle hatte sich der Stimme enthalten. Erste Konsequenzen hat der stellvertretende Bürgermeister Walter Lorenzen (SPD) gezogen. Er ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten, weil es „zurzeit keinen offenen demokratischen Willensbildungsprozess gibt“, schrieb er an Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak (CDU). „Bis zur Sitzung habe es von CDU und FDP keine deutlichen Signale gegeben, dass sie das seniorengerechte Wohnen nicht mittragen würden, erklärt er.

„Ich bin vielfach auf der Straße angesprochen worden, es rufen andauernd Bürger an und auch auf Facebook wird das Thema diskutiert“, sagt der Genosse. Selbst überzeugte Christdemokraten hätten ihm gegenüber ihr Unverständnis geäußert. Lorenzen hofft allerdings, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Nun meldet sich auch der Seniorenbeirat. Die Interessenvertretung von 1100 älteren Appenern mutmaßt, nicht sachliche Gründe waren für die Entscheidung von Christdemokraten und Liberalen verantwortlich. „Wir können uns des Eindruckes nicht erwehren, dass der Grund in den parteipolitischen Strukturen zu finden ist“, so der Beirat in einer Stellungnahme. „Enttäuschend“ ist für das Gremium die Entscheidung, weil 32 ältere Appener Bürger sich in anderen Kommunen eine seniorengerechte Wohnung suchen müssen. Ihr Appell: „Wir bitten die Politik dringend, ihr Versprechen, die Interessen der Appener Bürger zu vertreten, auch in die Tat umzusetzen!“

Das Ende des Schlecker-Markts in Appen ist beschlossene Sache. Nach UeNa-Informationen könnte der Laden anschließend von einem Sonderpostenmarkt genutzt oder zu einem Palettenlager gemacht werden. Aus der Sicht des Seniorenbeirates wäre das „keine städtebauliche Bereicherung.“ Zudem haben sie nachrecherchiert und festgestellt, dass die heftig von CDU und FDP kritisierte Firsthöhe von 16 Metern mit der des Sparkassen-Gebäudes an der Hauptstraße übereinstimmt.

Zwar haben die 48 Interessenten, die sich bei dem Unternehmen aus Hannover registrieren ließen, gleich nach der Entscheidung eine Absage von der Dana bekommen. Ganz mag man die Tür allerdings nicht zuschlagen. „Dana ist weiterhin an dem Appener Standort am Eckhoff 1 interessiert“, so Geschäftsführer Dr. Yazid Shammout. Er hofft, dass die Politik ihre Entscheidung noch einmal überdenkt.

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