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Uetersener Nachrichten

19. November 2017 | 15:07 Uhr

Naturschutz : Proteste gegen Bebauung

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Seit dem 8. Oktober ist es traurige Gewissheit. Die Ratsversammlung der Stadt Pinneberg beschloss mit den Stimmen von CDU und SPD die Abholzung des Thesdorfer Waldes.

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2011 | 20:29 Uhr

In unmittelbarer Nähe zur S-Bahn-Station soll eine der grünen Lungen der Stadt einer Wohnbebauung weichen. Auf zwei Hektar Fläche sollen 35 neue Wohnungen an der Halstenbeker Straße entstehen. Doch die Politik hat die Rechnung ohne die Protestler gemacht, die sich schon in der Ratssitzung im Oktober laut zu Wort gemeldet hatten. Bürgervorsteherin Natalina Boenigk musste mehrmals für Ruhe sorgen und die aufgeheizten Gemüter regulieren. Karen Hosse, Anwohnerin in der Halstenbeker Straße gehört zu den Wortführerinnen der Gegenbewegung.

Für sie ist der Thesdorfer Wald direkt an der S-Bahn eine kleine Ruheoase. Unterstützung bekommt sie von Politikern der Grünen. Deren Pinneberger Ratsherr Manfred Stache stimmte mit seiner Fraktion gegen die Bebauungspläne der Stadt. Stache spricht von „sinnloser Waldvernichtung“ zugunsten von Wohnbebauung. Dabei gäbe es auch in Pinneberg noch ausreichend andere Flächen, die man stattdessen ausweisen könnte. Auch die neu gegründete „Grüne Jugend Pinneberg“ hat sich zu Wort gemeldet. Die Jugendorganisation der Grünen ist seit März 2011 wieder aktiv und will sich politisch auf Kreisebene einmischen. Deren Sprecher, Jan Weber, verurteilt die Abholzung und verspricht, dass das letzte Wort darüber noch nicht gesprochen sei. „Die Grüne Jugend Pinneberg wird für den Erhalt des Thesdorfer Waldes bis zum Schluss kämpfen.“ Dabei wollen sie sich nicht auf das Verteilen von Flugblättern reduzieren. „Es ist geplant, Sitzblockaden auf dem Gelände des Waldes zu initiieren, aber auch Informationsveranstaltungen an Schulen, um erst einmal Öffentlichkeit herzustellen“, so Jan Weber. Pinnebergs Bürgermeisterin Kristin Alheit warb bei den Anwohnern um Verständnis: „Wir haben das Verfahren korrekt abgewickelt.“ Auch die von vielen Anwohnern in Zweifel gezogene Seriosität des neuen Investors sei für die Politik kein Grund, der Bebauung nicht zuzustimmen. Es gehöre nicht zu den Aufgaben der Ratspolitiker, diese zu bewerten sagten einige Ratsmitglieder.

Im Vorwege der Entscheidung der Ratsversammlung hatten sowohl Forstbehörde, die Untere Naturschutzbehörde sowie die Arbeitsgemeinschaft der anerkannten Naturschutzverbände ihre Bedenken angekündigt. Es handele sich um einen Wald mit Naherholungspotenzial sowie als Rückzugsbereich der Fauna. Die benannten Ausgleichsflächen eines Ökokontos seien nicht geeignet, dort neuen Wald entstehen zu lassen. Die Flächen seien bereits aufgeforstet, so die Kritiker. Pinneberg ist nicht die einzige Stadt im Kreis Pinneberg, in der es Proteste gegen Verwaltung und Kommunalpolitik gibt.

Auch in Schenefeld haben Bürgermeisterin Christiane Küchenhof und die Politiker der Stadt ihre Probleme, eine Nachverdichtung durchzusetzen. In Schenefeld geht man sogar noch einen Schritt weiter. Hier plant man, Flächen aus Naturschutzgebieten heraus zu lösen, um weitere Bebauungspläne durchsetzen zu können. Im Gegensatz zu Pinneberg gibt es jedoch keine Opposition im Rat der 18500-Einwohner-Stadt.

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