Kündigungen : Protest führte zum Erfolg

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Mit Fackeln, Pfeiftönen und Transparenten brachten gestern Morgen die Beschäftigten der Panther Wellpappen Service GmbH und die Gewerkschaft ver.di vor dem Hauptgebäude der Panther Gruppe ihren Protest zur geplanten Betriebststilllegung und dem damit verbundenen Verlust von 30 Arbeitsplätzen zum Ausdruck.

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18. Januar 2012, 20:30 Uhr

Der Protest erfolgte unmittelbar vor dem dritten Termin der Einigungsstelle. Diese hatte der Betriebsrat angerufen, um einen akzeptablen Sozialplan zu erwirken, nachdem bereits das Bestreben, mit der Geschäftsleitung über Alternativen zur Fortführung des Betriebes zu sprechen, sowie erste Verhandlungen über einen Sozialplan gescheitert waren. Besonders enttäuscht waren die 30 Drucker, Montierer und Bürokräfte darüber, dass die Panther Gruppe im vergangenen Jahr im brandenburgischen Wustermark ein mit hochmodernen Maschinen ausgestattetes und mit Subventionsmitteln in Höhe von drei Millionen Euro errichtetes Werk in Betrieb genommen hatte und ihnen nun das Aus angekündigt wurde. „Man hat die Produktion aus unserem Betrieb in den Betrieb nach Wustermark verlagert. Denn wir haben Qualität geliefert und schwarze Zahlen geschrieben“, so die Einschätzung des Betriebsratsmitglieds Rudi Arendt.

Viele seiner Kollegen und auch er sind mehr als 20 Jahre bei Panther beschäftigt gewesen. Die Mehrzahl von ihnen ist zwischen 40 und 50 Jahre alt. Alle erwarteten, dass die Panther Gruppe soziale Verantwortung übernimmt. „Wir haben vom Unternehmen keine konkreten Angebote für Stellen innerhalb der Panther Gruppe bekommen. Bei der Jobbörse ging es nur um eine Auflistung von Stellen, die auch im Internet stehen. Wir haben mindestens 20 konkrete Arbeitsplätze und Bestandsschutz gefordert“, so Rudi Arendt.

Wie die Geschäftsleitung informiert, hätten sich sieben Mitarbeiter von Panther Wellpappen Service innerhalb der Gruppe beworben. Drei hätten eine neue Anstellung gefunden, auch der Auszubildende sei von der Altonaer Wellpappenfabrik übernommen worden. Der dritte Termin vor der Einigungsstelle hat den Mitarbeitern zwar keine neuen Arbeitsplätze gebracht, aber nun eine Einigung hinsichtlich eines Sozialplans. „Die Geschäftsleitung hat sich deutlich bewegt“, betonen Rudi Arendt vom Betriebsrat und Johann Rademacher von ver.di.

Sie haben den Beschäftigten die Verhandlungsergebnisse zu den Abfindungen und anderen Inhalten des Sozialplanes mitgeteilt. „Das Gesamtvolumen des Sozialplanes liegt bei 900000 Euro und damit deutlich über der Regel-abfindung“, so Johann Rademacher. Aber die Geschäftsleitung habe ja keinen Beitrag zum Fortbestand des Betriebes und keine ernst zunehmenden Versetzungsmöglichkeiten anbieten können, merkt der ver.di-Mann an. Die Beschäftigten haben ihrem Betriebsrat gegenüber zum Ausdruck gebracht, dass sie mit dem erreichten Sozialplan zufrieden sind. Zum Ende des Monats werden sie die Kündigungen erhalten. „Wir sind Fachleute und meist langjährig im Beruf. Aber man wird wohl bei der Leiharbeit landen“, so Rudi Arendt.

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