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Uetersener Nachrichten

14. Dezember 2017 | 11:32 Uhr

Prominenz bei SPD und CDU

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Britta Ernst hat angekündigt, noch in diesem Jahr die Evaluation an Schulen wieder einzuführen. Der sogenannte „Schul-TÜV“ dient der Qualitätssicherung der pädagogischen Arbeit und ist auch in Schleswig-Holstein nicht gänzlich neu. „Ich halte es für selbstverständlich, dass ab und an mal jemand von draußen auf Schule schaut“, sagte Ernst vor etwa 150 Gästen des Neujahrsempfanges des SPD-Kreisverbands am Sonnabend.

Zudem soll das Lernen mit digitalen Medien zügiger ausgebaut werden. „Deutschland darf bei diesem Thema nicht den Anschluss verlieren“, sagte sie. Deshalb bleibe auch keine Zeit zu warten, bis die neue Generation von Lehrern an die Schulen komme. „Wir haben aus 110 Bewerbungen 20 Modellschulen ausgewählt, die jetzt ein Konzept entwickeln sollen, das später andere Schulen übernehmen können“, so Britta Ernst.

Die Ministerin versprach zudem eine stärkere Konzentration ihrer politischen Arbeit in diesem Jahr auf die berufliche Bildung. „Ein gelungener Start ins Berufsleben ist ganz wichtig“. Inzwischen habe sich ein regelrechter Maßnahmendschungel für Menschen, die den Übergang von der Schule in den Beruf nicht schafften, entwickelt. Er müsste durchforstet und Maßnahmen gebündelt werden, eine Aufgabe, die zukünftig die Jugendberufsagenturen übernehmen sollen.

Am Thema „Flüchtlinge“ kommt gerade auch das Bildungsressort nicht vorbei. Britta Ernst zog eine positive Bilanz der bisherigen Integrationsarbeit für Kinder und Jugendliche. „Wir haben im vergangenen Jahr 8000 Schüler neu in das Schulsystem aufgenommen“, sagte sie. Dabei profitiere Schleswig-Holstein davon, „dass wir mit den DaZ-Zentren und den speziell geschulten Lehrkräften eine bestehende Grundstruktur haben“. Die habe sich bewährt. Die bisherige Aufnahme und Integration der Schutzsuchenden bezeichnete die Ministerin als eine große Gemeinschaftsleistung unter anderem von Schulen, Wohlfahrtsverbänden und öffentlichen Verwaltungen. „Deutschland ist ökonomisch stark und eine gefestigte Demokratie. Wir können helfen“, sagte sie.

Pinneberg. Günther Oettingers Botschaft war deutlich: „Akzeptieren Sie im ländlichen Raum lieber Schlaglöcher als Funklöcher“, sagte der EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft am Sonnabend zu den rund 200 Gästen des Neujahrsempfangs des CDU-Kreisverbands.

Der einstige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, der zusammen mit seiner Lebensgefährtin Friederike Beyer als Ehrengast nach Pinneberg gekommen war, appellierte an Länder und Kommunen, die Digitalisierung vor allem des ländlichen Raumes entschiedener voranzutreiben, um Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit auf Dauer zu erhalten. Insbesondere deutsche Unternehmen müssten eine Aufholjagd starten, um in Sachen Digitalisierung nicht von den Konkurrenten in anderen Industrienationen abgehängt zu werden. „Die digitale Revolution ist eine schnelle, und bis Ende dieses Jahrzehnts wird feststehen, wer zu den Verlierern und wer zu den Gewinnern gehört“, sagte er. Oettinger sieht außerdem Nachbesserungsbedarf beim Renteneintrittsalter. Die Rente mit 63 sei für ihn kein Thema mehr, er wolle viel lieber über die Rente mit 70 reden. Sie sei realistisch und angemessen bei einer ständig steigenden Lebenserwartung.

Zuvor war der Christdemokrat, der ohne Manuskript sprach, in der Flüchtlingsfrage klar auf Distanz zu seinem Gastgeber Ole Schröder gegangen. Der CDU-Kreisvorsitzende hatte in seiner Begrüßungsrede Verständnis für die Grenzkontrollen einiger europäischer Länder geäußert. Zwar wolle niemand das Schengen-Abkommen leichtfertig aufgeben, aber das sei vor dem Hintergrund des wachsenden Zuwanderungsdrucks eine Abwägungssache. „Das Schengen-Abkommen ist ein ganz starkes Stück Europa. Sein Ende würde eine Schwächung der europäischen Idee bedeuten und hätte katastrophale Folgen für die Wirtschaft“, sagte der Europapolitiker. Er sprach sich stattdessen für menschenwürdige Flüchtlingsunterkünfte in der Türkei aus und appellierte an die EU-Staaten, dafür endlich die zugesagten Mittel in Höhe von drei Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig warb er um Geduld während der Suche nach Antworten auf noch offene Fragen und um Verständnis für die Beweggründe der Flüchtlinge, ihre Heimat zu verlassen. „Wären wir in ihrer Situation, wir würden genauso handeln“, sagte Günther Oettinger. Etwa ein Drittel der Zuwanderer in Schleswig-Holstein ist zwischen 16 und 18 Jahre alt und damit berufsschulpflichtig. „Das hatten wir am Anfang gar nicht so im Blick, aber auch die Berufsschulen leisten Großes, und darauf bin ich stolz.

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