Antoinette Lühmann : Privat und beruflich angekommen

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Die dritte Pastorenstelle in der Tornescher Kirchengemeinde war etliche Jahre nicht besetzt. Aber nun darf die Gemeindearbeit wieder auf drei Schultern verteilt werden. Im Gottesdienst am Zweiten Advent wurde Pastorin Antoinette Lühmann von Propst Thomas Drope in ihr Amt eingeführt. Die 36-Jährige hat eine halbe Stelle inne und kann so Familie, Beruf und Berufung gut miteinander verbinden.

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28. Januar 2015, 20:31 Uhr

Drei Jungs im Alter von zwölf, acht und sechs Jahren sowie ein zwei Jahre altes Mädchen sorgen im Hause Lühmann für Trubel und Frohsinn und fühlen sich in Tornesch pudelwohl. Für die Söhne und das Ehepaar Lühmann war vor knapp drei Jahren der Umzug von Wentorf aus dem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg nach Tornesch sozusagen eine Rückkehr in einen lieb gewordenen Ort.

Denn bereits 2006, nach dem Abschluss ihres ersten Theologischen Staatsexamens war Antoinette Lühmann mit ihrem Mann Bernd und dem ältesten Sohn von Hamburg nach Tornesch gezogen. Die dann 2006 und 2008 geborenen Söhne wurden in der Tornescher Kirche getauft. Den praktischen Teil ihrer Ausbildung zur Pastorin begann Antoinette Lühmann nach der Geburt des dritten Sohnes.

Mann Bernd, von Beruf Ingenieur, war in Elternzeit gegangen und so konnte die junge Vikarin Erfahrungen in Kirchengemeinden in Uetersen und Groß Flottbek sammeln. „Meine erste Pastorenstelle trat ich dann 2011 in Wentorf an. Wir zogen dorthin, blieben durch Freunde aber Tornesch verbunden. Und als sich unsere Tochter ankündigte und neue Entscheidungen für die berufliche Zukunft sowie Schulwechsel und Einschulung anstanden, fassten wir schnell den Entschluss, nach Tornesch zurückzuziehen. Zumal unsere Söhne noch immer von Tornesch begeistert waren“, erzählt Antoinette Lühmann. Dass sie nun in Tornesch auch beruflich als Pastorin mit einer halben Stelle tätig sein darf, empfindet sie als Geschenk. Die Aufnahme in der Kirchengemeinde Tornesch und von ihren Kollegen, den Pastoren Winfried Meininghaus und Henning Matthiesen, sei sehr herzlich gewesen, so Antoinette Lühmann.

Alle drei Wochen gestaltet sie nun den Sonntagsgottesdienst. Viele Gemeindeglieder haben sie bereits bei den Familiengottesdiensten an Heiligabend kennengelernt. Auch den Seniorinnen und Senioren der Stadt hat sie sich im Rahmen der Weihnachtsfeier der Freien Wohlfahrtsverbände vorgestellt.

So wie ihre Pastorenkollegen wird Antoinette Lühmann auch einen eigenen Pfarrbezirk betreuen. Denn die Pfarrbezirke wurden neu aufgeteilt und neben Esingen und Ahrenlohe gibt es nun den dritten Pfarrbezirk „Strucksche Koppel/Tornesch am See“, in dem die Pastorin als Ansprechpartnerin für Amtshandlungen, Seelsorge, Besuche und Gespräche und auch für eine Konfirmandengruppe zuständig sein wird. „Ich freue mich sehr auf meine Arbeit und die Möglichkeit, durch die halbe Stelle Beruf und Familie gut miteinander verbinden zu können“, so die voller Energie und Lebensfreude steckende junge Frau. Wie sie es schafft, neben den familiären Verpflichtungen auch noch religiöse Sachbücher für Kindergartenkinder und Jugendromane zu schreiben, bleibt wohl ihr Geheimnis.

„Ich bin sehr strukturiert, suche für mich Nischen und kann beim Schreiben in eine Welt eintauchen, in der ich Kraft tanken kann“, verrät sie. Gerade ist im Coppenrath-Verlag ihr Abenteuerroman „Sternengreifer“ erschienen, in dem sie beschreibt, wie der 14-jährige Waisenjunge Benedict alles daran setzt, seinen Traum, Erfinder zu werden, verwirklicht. Bücher, Musik, Märchen sowie das Schreiben und Musizieren spielen im Hause Lühmann eine große Rolle. „Wir musizieren mit den Kindern im Alltag so oft es geht, singen das Tischgebet vor den Mahlzeiten und natürlich auch ein Abendlied“, so Antoinette Lühmann. Und als ausgebildete Märchenerzählerin liest sie ihren Kindern nicht nur einfach vor, sie entdeckt mit ihren Kindern auf ganz besondere Art die Welt.

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