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Uetersener Nachrichten

18. Dezember 2017 | 10:19 Uhr

Konvent : Priörin besucht ihr Kloster

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Priörin des Adeligen Klosters Uetersen besucht morgen die Rosenstadt. Karine von Rumohr empfängt etwa 20 Konventualinnen der vier Klöster der Schleswig-Holsteinischen Ritterschaft. Sie wollen in Workshops gemeinsam arbeiten, den Klosterprobsten wählen (einziger Kandidat ist Amtsinhaber Hubertus Graf von Luckner) und am Sonntag einen Gottesdienst feiern.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2013 | 17:59 Uhr

Welche Rollen haben die Konventualinnen in der heutigen Gesellschaft? Welcher Auftrag ergibt sich aus ihrer Geschichte? Über diese Fragen will die Priörin zusammen mit ihren Gästen nachdenken. „Wie können wir mit der Geschichte unserer Klöster etwas anfangen?“, formulierte die 36-Jährige die Leitfrage des Konvents, der seit 2011 jährlich tagt.

Nachdem sich die Adeligen Klöster Uetersen, Preetz, Itzehoe und das St.-Johannis-Kloster vor Schleswig im Zuge der Reformation aufgelöst hatten, richtete die Ritterschaft darin Damenstifte ein, um die unverheirateten Töchter des Adels zu versorgen. „Wie kann man daraus einen modernen sozialen Auftrag schaffen?“, fragt Karine von Rumohr.

Der ursprüngliche Zweck der Einrichtungen scheint heute überholt zu sein. Zum Uetersener Stift gehören acht Konventualinnen, etwa 30 weitere halten sich zu den anderen drei Klöstern. Versorgt werden müssen sie in der Regel nicht mehr. „Die meisten arbeiten heute selbst und erarbeiten sich auch ihre Rente“, erläuterte die Priörin im Gespräch. Zudem leben ihre Konventualinnen nicht in Uetersen, sondern in Köln, Göttingen, Münster, Bonn und Hamburg.

Sie selbst reist aus Süddeutschland an. In Schleswig und Preetz wohnt jeweils nur die Priörin im Stift, in Itzehoe residiert dort die Äbtissin und eine weitere Konventualin. Die vergangenen Treffen hatten die Versorgung daher im übertragenen Sinne im Blick. Die Mediatorin Karine von Rumohr trainierte die Konventualinnen im Hinblick auf Bewerbungen in Rhetorik und Konfliktkommunikation. Thema war auch der christliche Glaube. „Wie wollen wir damit umgehen? Einige sind sehr aktiv, andere haben damit keine Berührungspunkte“, sagt sie. Obwohl das Damenstift 458 Jahre alt ist, sieht sich Karine von Rumohr an einem Anfang stehend. Das Netzwerk sei jung und bewege sich in einem Findungsprozess.

Zur Person: Karine von Rumohr stammt aus einem schleswig-holsteinischen Uradels-Geschlecht, wuchs in Kappeln (Kreis Schleswig-Flensburg), aber auch in Südbaden auf. Unmittelbar nach ihrer Geburt in Freiburg im Breisgau schrieb ihr Vater Cai-Asmus von Rumohr sie in das Uetersener Kloster ein. 2005 wurde sie zur Priörin gewählt – ein Amt, das sie bei Heirat abgeben müsste. Auch aus der Ferne kümmert sich die Schriftstellerin regelmäßig um die Klosterkultur, betreut etwa die Website der Ritterschaft, leitet eine geschlossene Facebook-Gruppe der Konventualinnen und organisiert die Zusammenkünfte. Hubertus Graf von Luckner übernahm 1993 von seinem Vater die Aufgabe des Uetersener Probsten. Während die Priörin das Kloster nach innen leitet, vertritt der 59-Jährige es nach außen. Die Amtszeit dauert zehn Jahre. Die Wahl des Klosterprobsten steht an diesem Wochenende an. „www.sh-ritterschaft.de“.

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