zur Navigation springen

Städtepartnerschaft : Polnische Freunde zu Besuch

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Bürgermeister Mateusz Feder und Gemeindevertreter aus Strzelce Krajenskie auf Besichtigungstour.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2017 | 16:04 Uhr

Tornesch | Anlässlich von 15 Jahren Städtepartnerschaft besuchte der Bürgermeister des polnischen Strzelce Krajenskie, Mateusz Feder, gemeinsam mit einer Delegation an Gemeindevertretern Tornesch. Auf einen Empfang im Rathaus folgte eine Bustour durch die Stadt mit der Besichtigung wichtiger Institutionen.

Der kulturelle und wirtschaftliche Austausch, das ist das Ziel der Partnerschaft zwischen Tornesch und der im westlichen Polen gelegenen Kleinstadt mit zirka 11.000 Einwohnern. Dessen Bürgermeister und 13 Gemeindevertreter informierten sich vor Ort über die derzeitige Lage in Tornesch. Begleitet wurden sie vom Deutschlehrer Sebastian Rzepka, der als Dolmetscher für reibungslose Kommunikation sorgte.

Während eines öffentlichen Empfangs im Ratssaal, an dem von deutscher Seite auch Bürgervorsteher Peter Daniel, Mitarbeiter des Rathauses und Vertreter der Politik teilnahmen, nannte Bürgermeister Roland Krügel (CDU) die Städtepartnerschaft, „eine gute Entscheidung für uns und für Euch.“ Krügel überreichte seinem Amtskollegen eine Möwe, symbolisch als einen Wegweiser, der den polnischen Freunden „immer den Weg nach Tornesch leiten soll“. Im Gegenzug erhielt er das Tornescher Stadtwappen aus Glas, das in einer Behindertenwerkstatt in Strzelce Krajenskie angefertigt wurde, sowie eine Hexenfigur, angelehnt an eine dortige bedeutende Sehenswürdigkeit. Der Gründungsvater der Partnerschaft, der Elmshorner Karl-Heinz Klakow, wurde geehrt.

Besonderes Interesse zeigten die polnischen Gäste am politischen Beteiligungsprozess der Bürger bei der Haushaltsaufstellung. Denn in Strzelce Krajenskie werden viele Haushaltsentscheidungen direkt von den Bürgern getroffen. „Diese sind aber nicht immer Profis“, fasste Feder die Problematik zusammen. Krügel erläuterte seinem Amtskollegen, dass die Bevölkerung bei der Verabschiedung des Haushalts in Deutschland kein Mitspracherecht hat, jedoch im Vorfeld Vorschläge einbringen kann. Auch er konstituierte, die Leute hätten dabei allerdings nicht immer das Gesamtsystem im Auge. Außerdem: „Das Interesse am Finanzausschuss ist gleich Null“, so Krügel.

Gegenbesuch noch in diesem Jahr

Der Bürgermeister erzählte der polnischen Delegation, dass Tornesch zum ersten Mal seit langem unter schlechten Finanzen leide. „Wenn kein Geld da ist, gibt es auch nichts zu verteilen“, sagte Krügel, und dieser Satz gefiel dem Stadtoberhaupt aus Polen. In Strzelce Krajenskie, so Feder, komme man mit den Finanzen derzeit einigermaßen klar. Krügel informierte über wichtige Projekte, darunter das Neubaugebiet „Tornesch am See“, den Kindergartenbau, die Instandsetzung der Fahrstühle am Bahnhof, die Alte Dorfschule in Ahrenlohe und die Vergrößerung des Gewerbegebiets. Beide Bürgermeister beklagten die bürokratischen Hürden, um an Fördermittel zu kommen. Auf vorherige Anfrage seitens der Polen hielt Sabine Kählert, Leiterin des Amts für soziale Dienste, einen Vortrag über die hiesige Seniorenarbeit. In Strzelce Krajenskie denkt man derzeit darüber nach, einen Treffpunkt für ältere Menschen, dem POMM 91 ähnlich, zu bauen.

Per Bus machten Gäste und Gastgeber eine gemeinsame Tour durch Tornesch. Nach der Besichtigung der Feuerwehrwache Esingen durften sie sich per Teleskopmastfahrzeug 30 Meter in die Höhe fahren lassen und die Aussicht genießen. Besucht wurden zudem die Klaus-Groth-Schule und das Awo-Altenheim. Der Tennisverein hielt mit Bratwürsten einen Mittagssnack bereit, Abendessen gab es im Torneum. Ein Gegenbesuch und damit weiterer fachlicher Austausch ist für Oktober oder November angedacht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen