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Uetersener Nachrichten

23. August 2017 | 23:52 Uhr

Polizei-Sprechstunde vor dem Aus

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

ersatz für stationSeit Monaten wurde in der ehemaligen Tornescher Dienststelle keine Anzeige mehr aufgegeben / Große Schilder fehlen

Wer derzeit als Polizeibeamter für die Bürgersprechstunde in Tornesch eingeteilt ist, kann sich in der Regel auf eine ruhige Zeit einstellen. Denn Bürger kommen seit Langem nicht mehr in die ehemalige Dienststelle am Thujaweg. Seit Ende November haben die Beamten keine Anzeige mehr aufgenommen. Das wurde jüngst während eines Treffens von Mitgliedern des CDU-Stadtverbands mit dem früheren Stationsleiter, Hans-Otto Crantz, deutlich.

„Ich bin überrascht, dass es so stark zurückgegangen ist“, sagte Crantz, der inzwischen die Polizeistation in Uetersen leitet. Waren es im April des vergangenen Jahres, also kurz nach Schließung der Station, noch bis zu zehn Anzeigen pro Woche, die während der Bürgersprechstunde erstattet wurden, ist die Zahl mittlerweile auf Null zurückgegangen. Entsprechend sagt Crantz: „Ich vergeude hier Personal.“ Denn montags, mittwochs und freitags, jeweils von 16 bis 18 Uhr, steht ein Beamter in der ehemaligen Dienststelle als Ansprechpartner zur Verfügung. Zeit, in denen die Beamten laut Crantz sinnvoller eingesetzt werden könnten − gerade vor dem Hintergrund der knappen personellen Ressourcen.

Doch warum wird die Bürgersprechstunde nicht mehr angenommen? „Es könnte daran liegen, dass die Dienststelle als solche nicht erkennbar ist“, sagt der Polizeihauptkommissar und spricht damit die Tatsache an, dass die großen und gut sichtbaren „Polizei“-Schilder Mitte 2016 abgenommen wurden. Heute weisen lediglich zwei kleine Exemplare auf die Bürgersprechstunde hin.


Scharfe Kritik von Bürgermeister Krügel


Ein Umstand, der Bürgermeister Roland Krügel (CDU) auf die Palme bringt. Er habe zwar vermutet, dass die Sprechstunde gering frequentiert sei, doch dass mittlerweile niemand mehr das Angebot nutze, liege an den fehlenden Schildern. „Ich finde es nicht in Ordnung, dass sie abgenommen wurden“, sagt Krügel. Kritik äußert der Verwaltungschef deswegen an den Verantwortlichen bei der für den Kreis Pinneberg zuständigen Polizeidirektion in Bad Segeberg. „Niemand hat uns gesagt, dass die Schilder abgenommen werden. So geht man nicht miteinander um.“

Krügel sei zwar klar gewesen, dass es sich bei der Schließung der Station um eine Sparmaßnahme gehandelt habe, doch „das ist anders verkauft worden“. Er erwarte nun, dass die großen Schilder wieder angebracht werden. Denn unter den derzeitigen Umständen sei die Zukunft der Sprechstunde gefährdet, so Krügel, der sich allerdings grundsätzlich für die Beibehaltung des Angebots am Thujaweg ausspricht.

Befürchtungen, dass Tornesch seit der Schließung der Station weniger sicher sein könnte, tritt Crantz entgegen. „Wir haben ein gutes Netz an Streifenwagen und im gesamten Kreis sehr gute Reaktionszeiten“, betont der Polizeihauptkommissar.

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erstellt am 18.Feb.2017 | 16:31 Uhr

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