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Im Bürgerbüro : Polizei: Nach Beutel ist vor Woldt

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Tag sieben nach Michael Beutel und Haseldorf hat wieder einen „Dorfsheriff“. Jedenfalls so eine Art, denn eine Polizeistation hat Thomas Woldt im Dorf nicht! Wohl aber ab sofort ein Büro, in dem er und zwei seiner Kollegen regelmäßig Sprechstunden abhalten werden. Premiere war am Dienstag, und da legte der Polizeihauptkommissar von der Uetersener Wache gleich los.

Viel Zeit zur Begrüßung, zum Kaffeetrinken und zum ersten Gedankenaustausch mit den Bürgermeistern Rolf Herrmann und Uwe Schölermann blieb Thomas Woldt nicht, denn er bekam bereits Besuch von einer Bürgerin, die ihn um einen Termin gebeten hatte. Ein verheißungsvoller Start, von dem vor allem Herrmann und Schölermann hoffen, dass es so weitergeht.

„Ich kann nur alle Bürger auffordern, dieses Angebot rege zu nutzen“, sagte Uwe Schölermann. Sicher ist nämlich, dass nach neun Monaten Bilanz gezogen wird. „Wir wollen sehen, ob der Service genutzt wird, und entscheiden danach neu“, sagte Thomas Woldt. Im Klartext heißt das: Gibt es vor Ort keinen Gesprächsbedarf, wird die Sprechstunde möglicherweise wieder eingestellt. Bis dahin ist allerdings noch Zeit.

Der Zeitraum der Testphase sei bewusst gewählt worden, weil die Sprechstunde dann einmal quer durch alle Jahreszeiten angeboten werden könne, so Woldt. „Und bedingt durch die Jahreszeit kann die Resonanz auf so ein Angebot schon mal sehr unterschiedlich ausfallen.“

Jeden ersten Dienstag im Monat von 16 bis 18 Uhr sowie zusätzlich jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr wird ein Beamter vor Ort im Haseldorfer Bürgerbüro als Ansprechpartner zu Verfügung stehen. Woldt übernimmt diese Aufgabe nicht allein, sondern weiß die beiden ehemaligen Moorreger Polizisten Christian Erler und Roland Winkler an seiner Seite. „Sie werden die Sprechstunde hauptsächlich übernehmen, ich bin nur der dritte Mann“, so Woldt. Der 57 Jahre alte Hauptkommissar ist mit Arbeit gut eingedeckt. Seit fast drei Jahrzehnten leitet er den Ermittlungsdienst der Polizeitstation in Uetersen, ist im Rahmen der Kriminalitätsbekämpfung spezialisiert auf Themen wie häusliche Gewalt und Gewalt gegen Polizisten.

Vor diesem Hintergrund tut ein Dienst, wie die Sprechstunde in Hasseldorf zu werden verspricht, durchaus gut, da macht Woldt keinen Hehl draus. Auf einem Dorf werde vieles noch im direkten Gespräch geklärt, nicht gleich für jede Kleinigkeit der Streifenwagen gerufen. Und dennoch ermuntert der Polizeihauptkommissar die Bürger aus Haselau und Haseldorf, Kontakt zu ihm und seinen Kollegen aufzunehmen, wenn sie ein Thema haben, über das sie reden, über das sie sich informieren möchten. Woldt sieht sich auch als Ansprechpartner für Vereine und Verbände. Wenn deren Vorstände ihn kennenlernen möchten, sind sie ihm ebenfalls jederzeit willkommen.

Und falls die eine oder andere Sprechstunde ganz ruhig verläuft? Für Woldt kein Problem, er bringt Arbeit mit. „Wenn Bürger aus den Dörfern im Rahmen einer Ermittlung gehört oder vernommen werden, kann ich das sehr gut vor Ort machen“, sagte er.

Das System der Sprechstunden gibt es auch in anderen Gemeinden in der Region, unter anderem in Heidgraben und Holm/Hetlingen. Und da klappt es wunderbar. „Wir hatten mit Michael Beutel immer Polizei im Dorf, und das sorgte bei vielen Menschen für ein Gefühl der Sicherheit. Diesen Zustand wollen wir mit diesem Angebot wieder herstellen“, sagte Bürgermeister und Amtsvorsteher Rolf Herrmann.

Michael Beutel war zum 1. August in den Ruhestand gegangen, die Station wurde geschlossen (UeNa berichteten).

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erstellt am 06.Aug.2014 | 19:30 Uhr

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