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Cäcilie-Bleeker-Park : Politische Verantwortung übernommen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sie habe noch nicht alle Mitarbeiter befragen können, weil sich einige im Urlaub befänden, daher sei es noch zu früh, einen abschließenden Bericht über die Vorkommnisse Anfang Juni auf dem Cäcilie-Bleeker-Park zu geben. Es war ein Versuch von Bürgermeisterin Andrea Hansen, die von der CDU im Rat beantragte Aktuelle Stunde dahingehend zu nutzen, den Abtransport und die Zerstörung der rund 100 bis zu 600 Jahre alten Grabplatten durch ein Uetersener Entsorgungsunternehmen (kein Steinmetz!), anzuprangern, Betroffenheit zu artikulieren aber zugleich die Schärfe aus der Diskussion zu nehmen.

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erstellt am 30.Jun.2015 | 21:44 Uhr

Bei diesem Versuch blieb es, weil es die CDU für geboten hielt, eine Grundsatzdebatte zu führen. Dabei holte der Erste Stadtrat, Andreas Faust, weit aus. Die Bürgermeisterin habe es im Hauptausschuss an echter Betroffenheit, Schamgefühl und Verantwortungsbewusstsein fehlen lassen. Stattdessen habe sie ihr eigenes Personal vorgeführt und geradezu geopfert. „Wie wenig Anstand und Verantwortungsgefühl muss man haben, um dann so ein Krisenmanagement zu betreiben wie Bürgermeisterin Hansen in diesem aktuellen Fall der Entsorgung von historischen Grabsteinen im Cäcilie-Bleeker-Park“, so der Christdemokrat feststellend. Der Stellvertreter von Andrea Hansen sagte, dass er davon ausgehe, die Bürgermeisterin habe hier wissentlich und mit Wollen mitgemacht. Ihr seien die Grabsteine schon lange ein Dorn im Auge gewesen. Die Verwaltungsleiterin forderte er auf, die politische Verantwortung zu übernehmen.

SPD-Fraktionschef Ingo Struve sagte, dass er ebenfalls betroffen gewesen sei. Er habe Verwandte, die ihre letzte Ruhe auf dem ehemaligen Friedhof gefunden hätten. Uetersener Stadtgeschichte sei verloren gegangen. Er wisse, dass es zu diesem Thema ganz unterschiedliche Auffassungen gebe, je nach Verbindung zu diesem Park. Struve warf Andreas Faust vor, sich nach wie vor im Modus eines Bürgermeisterkandidaten zu befinden, der im Wahlkampf sei.

Von den Grünen nahm Thorsten Berndt Stellung. Der Fraktionsvorsitzende sagte, dass auch er schockiert gewesen sei. Doch werde das Thema nach Ansicht der Grünen etwas überzogen. Erst als die Stadt den Park übernommen habe, sei der vorher verwahrloste Friedhof gestaltet worden. Die Platten um die es gehe, hätten lieblos am Wegesrand gelegen. Das habe nichts mit Würde zu tun. „Wir fordern eine Aufklärung“, so Berndt. Die Grünen würden jedoch auch die Notwendigkeit erkennen, diesen Park neu zu gestalten. Die Grabsteine sollten intelligent in ein neues Konzept integriert werden. Natürlich sei er dafür, die Sache aufzuklären, aber irgendwann müsse auch wieder nach vorne geschaut werden. „Unser Entsetzen haben wir schon im Hauptausschuss zur Sprache bringen wollen“, sagte Hans-Dieter Witt von der BfB-Fraktion. So könne man mit dem Bleekerpark nicht umgehen. Die Bürgermeisterin sagte, dass die Ratsherren und -frauen ein Recht auf volle Aufklärung hätten. Als Verwaltungsleiterin sei sie es, die diese Fehler zu vertreten habe.

In Richtung des Ersten Stadtrates sagte die Bürgermeisterin, dass Verwaltung und Selbstverwaltung auch in Zukunft auf ein gutes Miteinander angewiesen seien. Jeder sei frei in der Wahl seiner Worte, er solle sich jedoch überlegen, ob sein Tonfall an dieser Stelle richtig sei.

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