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Bauvorhaben : Politiker setzen mehr Stellplätze durch

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Großes Bürgerinteresse herrschte am Donnerstag im Rathaus. Dort fand die Sitzung des Ausschusses für Bauwesen, Stadtentwicklung und Umwelt statt. Es betraf den Tagesordnungspunkt „Bauvorhaben Riewesell an der Klaus-Groth-Straße/Fehrsweg“, bei dem sich Einwohner zu Wort meldeten. Insbesondere störte es diese, dass dort drei zweigeschossige Blocks gebaut werden sollen. Das füge sich nicht ein in die Umgebung. Warum lasse der Bauausschuss das zu und weiche damit von Rechtsvorschriften ab, wollten mehrere Anwohner wissen.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2014 | 21:15 Uhr

Die Ausschussmitglieder wollten sich auf eine diesbezügliche Diskussion nicht einlassen. Vielmehr waren es einmal mehr die Stellplätze, die das Interesse der Selbstverwaltung weckten. Da es sich um einen so genannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan handelt, darf die Uetersener Lokalpolitik hier festsetzen. Der Bauträger hatte eine Reduzierung der Stellplätze beantragt, schließlich habe er auf Kritik der Nachbarschaft bereits reagiert und auf ein Geschoss verzichtet. Nun aber müsse, aus Platzgründen, die Versorgung in den Keller gelegt werden, insofern sei es nicht mehr möglich, die festgeschriebenen 1,5 Stellplätze pro Wohneinheit zu realisieren. Falls der Ausschuss aber darauf bestehe, würde es weniger Grün geben.

Der Trumpf des Investors stach nicht. Die SPD präsentierte sich ausgeschlafen und erinnerte daran, dass es sich bei dem Projekt um eine Erschließung handele, also um eine Urbanisierung eines verwahrlosten Grundstücks. Insofern werde kein Grün zurückgebaut. Die Parksituation für die zukünftigen Bewohner und deren Besucher erfuhr eine höhere Gewichtung. Nicht nur bei der SPD, sondern auch bei den Grünen und schließlich sogar bei der CDU, die auch dem Begehren des Investors, auf 1,33 Stellplätze pro Wohneinheit zurückzugehen, zugestimmt hätte. Die BfB-Fraktion folgte der Argumentationslinie der Anwohner. Ausschussvorsitzender Holger Köpcke sagte, dass die drei Blocks sich nicht in die Umgebung einpassten. Die Grünen hatten vor der Abstimmung beantragt, dem Investor zudem aufzuerlegen, Parkgaragen für Fahrräder und Rollstühle auf den Grundstücken aufzustellen, schließlich sollten überwiegend ältere Menschen in die Wohnungen ziehen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Kurioses Abstimmungsergebnis: Zwei dafür, zwei dagegen, sieben Enthaltungen! Schließlich wurde mehrheitlich festgelegt, dass Bauherr Otto Riewesell 33 Stellplätze errichten muss.

Die Pläne können von Ende November an im Rathaus (Stadtplanung) eingesehen werden.

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