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Uetersener Nachrichten

17. Oktober 2017 | 06:28 Uhr

Kommunalwahlen 2013 : Politiker gesucht...

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Immer weniger Menschen sind bereit, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. Das zunehmende Desinteresse stellt die Parteien im Hinblick auf die Kommunalwahlen im Mai vor Probleme. In vielen ländlich geprägten Landkreisen Schleswig-Holsteins suchen sogar die Volksparteien mit großer Mühe Kandidaten, um die einzelnen Wahlkreise besetzen zu können.

shz.de von
erstellt am 03.Jan.2013 | 20:50 Uhr

Im Kreis Pinneberg sehen die Politikmachenden diese Entwicklung ebenfalls mit Sorge. In seinem Neujahrsgruß äußerte sich Kreispräsident Burkhard E. Tiemann so: „Als Kommunalpolitiker müssen wir uns darüber Sorgen machen, dass die Kluft zwischen Jung und Alt, Arm und Reich, aber auch zwischen Politikern und Wählern immer größer wird“ sagte er. „Immer weniger Menschen engagieren sich in politischen Parteien, und immer weniger gehen zur Wahl. Das Misstrauen in die Politiker und deren Entscheidungen nimmt stetig zu“.

Für die anstehenden Kommunalwahlen haben die Parteien im Kreis keine akuten Schwierigkeiten gehabt, für die 25 Wahlkreise ihre Kandidaten zu finden. Sowohl SPD als auch CDU hatten mehr Bewerber als Wahlkreise. „Wir haben den Vorteil, in einem bevölkerungsreichen Kreis Politik machen zu können, in dem sich noch junge und alte Menschen engagieren wollen. Ich glaube nicht, dass die Kommunalpolitik grundsätzlich bei jungen Leuten ein schlechtes Image hat. Viele sind nach der Schule mit ihrer Ausbildung beschäftigt und haben keine Zeit mehr für das arbeitsintensive politische Ehrenamt“, meint Heike Beukelmann, Fraktionsvorsitzende der Kreis-CDU.

Thomas Hölck, Kreischef der SPD, hatte für die Kommunalwahlen ein sinkendes Interesse seiner Parteigenossen befürchtet. „Meine Erwartungen, dass sich die Leute aus Politikverdrossenheit zurückziehen oder keine große Lust mehr haben, sich ehrenamtlich zu engagieren, haben sich zum Glück nicht bestätigt. Es haben sich für diese Kommunalwahlen nicht weniger beworben als noch 2008. Trotzdem müssen wir alles daran setzen, die Leute zu motivieren, Politik mit zu gestalten.“

Auch eine kleine Partei wie die FDP hat für die Wahlkreise im Kreis bereits ihre Kandidaten zusammen. Längerfristig sieht Birgit Klampe von der Kreis-FDP das Problem des Kommunalpolitikermangels auf alle Parteien zukommen: „Vielleicht haben die großen Parteien momentan noch einen größeren Puffer von engagierten Mitgliedern. Aber wir alle müssen uns dem Thema stellen und die Menschen überzeugen, dass es sich lohnt, ein politisches Ehrenamt zu übernehmen.“

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