Langes Tannen : Politiker fühlen sich von AWO veralbert

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Alle Fraktionen waren sich grundsätzlich einig: Das geht gar nicht! Sie fühlen sich von der AWO, Betreiberin von Hus Sünnschien und der neuen Kindertagesstätte, sowie von der Stadt veralbert. Was den Zorn der Politiker von SPD, CDU, BfB und FDP hervorgerufen hat, ist der Wunsch der AWO gGmbH Region Süderelbe, für die Schaffung einer Zufahrt und 44 Parkplätzen 32 Bäume, vorwiegend Koniferen und Birken fällen zu dürfen. Schon wieder sollen Bäume in Langes Tannen weichen, schon wieder wegen des Kindergartenneubaus. Die Wahrheit komme wohl nur scheibchenweise ans Licht, mutmaßten die Politiker.

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09. September 2011, 21:51 Uhr

Rückblick: Erst mussten große Eichen im direkten Umfeld der Tagesstätte weichen, weil sie als zu gefährlich für spielende Krippenkinder eingestuft wurden und den angrenzenden Wald gefährdeten (Feuersorge), dann werden Eichen und Birken entlang der Lange’schen Pferdekoppel abgesägt, weil dort ein Bolzplatz entstehen soll, wiederum wurde das Kindeswohl als Argument bedient. Und nun wird zusätzlicher Parkplatzbedarf sowie die Verbreiterung der Zuwegung als Grund genannt, 32 Bäume abholzen zu dürfen. Das Forstamt hat bereits zugestimmt, doch die Politik neigt dazu, Nein zu sagen. Während der Sitzung am Donnerstag wurde nach zum Teil hitziger Debatte nicht sofort entschieden, sondern vielmehr beschlossen, sich am Dienstag vor Ort umzuschauen. Erst dann sollen Beschlüsse gefasst werden. Dieter Schipler, Vorsitzender des Umwelt- und Kleingartenausschusses, war schon gestern in Langes Tannen.

Er könne sich kaum vorstellen, dass seine Fraktion dem Wunsch der AWO entspricht. Der Weg sei ohnehin bereits auf bis zu vier Metern verbreitert worden, da könne sogar Begegnungsverkehr stattfinden. Bei diesen Arbeiten wurden mindestens drei den Weg begleitende und jetzt zur Fällung anstehende Bäume im Wurzelbereich derart beschädigt, dass sie nun sicherlich umgelegt werden müssen. Schipler vermutet dahinter eine Absicht. Motto: Jetzt müssen wir reagieren! Die 44 von der AWO geforderten Parkplätze hält er für nicht erforderlich. Bei der Parkplatzausweisung könne man sich nicht von den Spitzenzeiten leiten lassen.

Klaus-Ulrich Sembill von der AWO sagte im UeNa-Gespräch, dass die AWO bei der Verbreiterung der Zuwegung einer Forderung der Stadt gefolgt sei. Die Verwaltung habe verlangt, die Zuwegung besser auszurichten. Und dass in diesem Bereich nun 16 Bäume gefällt werden sollen, sei dem Umstand geschuldet, dass seitlich des Weges Lampen aufgestellt werden sollen. Dafür, so Sembill, müssten Erdkabel verlegt werden. Und hinsichtlich der 44 Stellplätze lasse er sich von den Fakten leiten. Die Mütter würden ihre Kinder mit dem Auto abholen, die Mitarbeiter mit dem Wagen zur Arbeit kommen. 44 Stellplätze seien somit erforderlich. Aber: „Wir streiten uns aber nicht um fünf Parkplätze“, so Sembill. Doch wenn die Politik nicht mehr als die gemäß Baugenehmigung erforderlichen 27 Stellplätzen genehmige, werde man an die Eltern herantreten und ihnen raten, an der Straße zu parken. Das werde die Anwohner dann sicherlich sehr freuen.

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