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Sozialausschuss : Politiker beerdigen „Midnightsports“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die SPD hatte schon immer etwas gegen das Projekt „Midnightsports“ für auffällige (schwierige) Jugendliche unter der Regie des Sicherheitsmannes Stefan Blümke. Die Sozialdemokraten wollten vor zwei Jahren, dass das Projekt in TSV-Hände überführt wird, scheiterten damals aber an der Mehrheit.

Jetzt, unter dem Diktat des Sparzwanges, fanden die Genossen eine Mehrheit. Mithilfe der CDU und der FDP wurde das Projekt gegen die Stimmen der Wählergemeinschaft BfB sogar komplett ins Aus gekickt! 2013 wird es somit wohl eingestellt.

Sabine Lankau von der BfB, Vorsitzende des Sozialausschusses, vermutet, dass es der SPD gut gelegen kam, das Projekt einzustampfen. Die Sozialdemokraten allerdings nehmen den Sparzwang ernst. Sie wissen, dass Uetersen jede freiwillige Leistung hinsichtlich ihrer Notwendigkeit überprüfen muss. Und was hat die CDU dazu bewogen, Midnightsports den Todesstoß zu versetzen? Noch vor zwei Jahren hatten sich die Christdemokraten vehement dafür eingesetzt, das Projekt zu erhalten: Es sei eine höchst sinnvolle Sache, die dafür sorge, dass es in Uetersen weniger Randale gebe.

In der Tat war im Vorfeld der Projektidee von Stefan Blümke, der damals nachts im Stadtgebiet für mehr Sicherheit sorgen sollte, festgestellt worden, dass sich etliche Jugendliche, insbesondere türkischer Herkunft, einen Ort wünschten, wo sie nachts aktiv sein könnten. Sportlich.

So wurde der Gruppe von Verwaltung und Politik Hallenzeiten zur Verfügung gestellt – immer freitags und sonnabends. In der Rosenstadt, so die allgemeine Wahrnehmung, wurde es nachts erheblich ruhiger. Inzwischen gibt es auch mittwochs ein Angebot für diese Gruppe Heranwachsender. Dann im Jugendzentrum. Und ebenfalls unter der Regie von Stefan Blümke.

Zur ablehnenden Haltung der CDU sagte Fraktionschef Andreas Stief gestern im UeNa-Gespräch: „Wir haben aufgrund der notwendigen Haushaltskonsolidierung Vorlagen für jeden Fachausschuss erhalten. Die CDU hatte den Vorschlag gemacht, dass diesbezüglich nicht in den einzelnen Ausschüssen, sondern einmal im Hauptausschuss beraten wird.“ Haushaltsklarheit könne nur durch eine Gesamtschau entstehen. Die anderen Parteien, insbesondere die SPD, hätten das abgelehnt. „Bei ‘Midnightsports’ sind wir zur Auffassung gekommen, dass man abwägen muss.“ So koste das Projekt erhebliches Geld, erreiche aber höchstens 20 Jugendliche. Für die weitere Jugendarbeit werde weniger Geld ausgegeben, wende sich aber an alle, so Stief. Wird es ohne „Midnightsports“ nicht einen Rückfall in die alten Zeiten mit Randale in der City geben? „Wir müssen es wagen, denn wir können es uns nicht mehr leisten“, so der Christdemokrat. Etwas Hoffnung für das Projekt aber gibt es noch, denn Stief schloss – generell – spätere Korrekturen im Hauptausschuss nicht aus. Die Kosten für „Midnightsports“ belaufen sich auf insgesamt 18900 Euro im Jahr. Für die Wochenendbetreuung in der Turnhalle durch Stefan Blümke und Mitarbeiter überweist die Stadt jährlich einen Betrag von 12300 Euro. Das restliche Geld wird für die Mittwochsbetreuung benötigt.

Zum Hintergrund des Sparzwangs: Die Ratsversammlung hatte im März dieses Jahres den Grundsatzbeschluss gefasst, Fördermittel des Landes in Anspruch zu nehmen, da sie nicht in der Lage ist, ihren Haushalt aus eigener Kraft auszugleichen. Voraussetzung für die Gewährung dieser Fördermittel ist jedoch, dass die Stadt erhebliche Anstrengungen unternimmt, um den Haushalt auszugleichen.

CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier bedauert die Entscheidung gestern. Ich respektiere aber die fraktionsübergreifende Entscheidung. Uetersen hat sich auf den Pfad der Haushaltskonsolidierung begeben und muss Prioritäten setzen, auch wenn sie schmerzlich sind. Ich habe da volles Vertrauen in die Sozialausschussmitglieder, dass diese Entscheidung nachvollziehbar ist.“

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erstellt am 29.Aug.2012 | 19:19 Uhr

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