zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

18. Oktober 2017 | 03:08 Uhr

Renate Künast : Politik mit Messer und Gabel

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Bei dem eigens für sie und ihre Gäste arrangierten Bio-Brunch von Bio-Bauer Wilfried Schümann schwärmte Ex-Verbraucherministerin Renate Künast im Rellinger Turnerheim vom Spaziergang durch das Himmelmoor bei Quickborn, den sie zusammen mit der schleswig-holsteinischen Grünen-Landesvorsitzenden Erika von Kalben, überall „Eka“ genannt und vielen anderen Pinneberger Kreis-Grünen unternommen hatte. Das dort von ihr aufgenommene Foto einer Entenfamilie habe sie mit dem Hinweis „Es gibt gar nicht genug Nachwuchs für die Stimmen der Grünen“ auf ihre Facebook-Seite gestellt.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2012 | 21:29 Uhr

Erika von Kalben fasste zu Beginn der Veranstaltung zusammen, was die Bündnis 90-Grünen in der Endphase des Wahlkampfes besonders bewegt: „Wir halten uns an die Bedingungen der Schuldenbremse“ sagte sie, auch wenn das schwierig sei. Investitionen werden vonseiten der Grünen lediglich im Bereich der Bildung freigegeben. Zwar sei die Energiewende von allen Parteien eingeläutet worden, passiert sei in diesem Bereich aber bisher nichts, sogar der dringend notwendige Netzausbau und die Forderung nach Alternativtrassen werde verschleppt. Sie sprach sich daher für eine Bündelung all dieser Aufgaben in einem Energieministerium aus.

Dringend sei für sie außerdem der Ausbau der Naturschutzgebiete und des Biolandbaus, dessen Förderung die bisherige Landesregierung komplett eingestellt habe. In der Verkehrspolitik halte sie es für notwendig, erst einmal Pendlern vor dem Ausbau der A 7 auf sechs Spuren auf den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) und damit auf die Schiene umzustellen.

Renate Künast warb dafür, grüne Politik auch mit Messer und Gabel zu entscheiden. „Du bist, was Du isst“ warf sie ihrem Publikum zu, nannte die Zivilisationskrankheiten Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes 2 und deren Ursachen zu viel Fett, zu viel Zucker und zu wenig Bewegung. Die Lebensmittelindustrie scheue sich immer noch, die Ampel mit der Warnung vor krank machenden Zusammensetzungen ihren Packungen aufzudrucken, bezeichne die Ampel als Diskriminierung. „Ich weiß selber, dass eine von mir genossene Praline viele Kalorien enthält, aber es sind ja gerade die versteckten Fette und Zuckeranteile in Lebensmitteln, vor denen gewarnt werden muss.“ Sie forderte gute, nachhaltige Wirtschaftsformen, dafür gebe es auch bei einer Agrarreform konkrete Vorschläge. Es gehe nicht darum, Betriebe kalt zu stellen, aber darum, eine artgerechte Tierhaltung und gesunde landwirtschaftliche Produkte mit öffentlichen Mitteln zu fördern.

Da seien auch die Verbraucher beim Einkauf gefordert. „Dann kann jeder von uns mit Messer und Gabel Politik machen“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert