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Uetersener Nachrichten

20. August 2017 | 21:26 Uhr

Beschluss : Poker um Bleekerstift beginnt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Kreis Pinneberg will im Uetersener Bleekerstift die erste Sammelunterkunft für Flüchtlinge einrichten. Der Kreistag gab am Mittwoch nach nicht öffentlichen Beratungen grünes Licht für den Erwerb der Immobilie und stellte über einen Nachtragshaushalt bereits zwei Millionen Euro zur Verfügung. Das Innenministerium hat die Ausgabenerhöhung im aktuellen Etat des unter dem Rettungsschirm des Landes stehenden Kreises abgesegnet

Das Bleekerstift gehört den Regio-Kliniken, an der der Kreis zu 25 Prozent beteiligt ist. Bislang sollte der einstige Krankenhausstandort komplett umgestaltet und mit 40 Wohneinheiten neu bebaut werden. Die entsprechenden Pläne des Architekten und Investors Maik Timm für das 80000 Quadratmeter große Areal hatten die Uetersener Politiker überzeugt, zumal er für den historischen Gebäudeteil außerdem eine fachgerechte Sanierung und neue Nutzung vorgesehen hatte.

Wie es nach dem Beschluss des Kreistages weitergeht, dürfte Gegenstand der am Montag beginnenden Verhandlungen sein, zu denen sich Vertreter der Regio-Kliniken, des Kreises und der Stadt Uetersen treffen. Auch Maik Timm soll eingebunden werden. Das Interesse der Kommunen an zusätzlichen Unterbringungsmöglichkeiten ist riesig. Das gilt auch für die Stadt Uetersen, die ebenso wie der Kreis die zusätzlichen Kapazitäten dringend braucht. Im Bleekerstift wird Platz für 200 Menschen geschaffen.

Denkbar wäre neben einer alleinigen Nutzung durch den Kreis auch eine Teilbelegung durch Flüchtlinge, die Uetersen zugewiesen bekommt. Dann müsste die Stadt möglicherweise in die Finanzierung einsteigen, was ihr angesichts der schwierigen Haushaltslage nicht leicht fallen dürfte. Auch Uetersen steht unter dem Rettungsschirm des Landes.

Auch die Frage, ob die Pläne des Investors für einige Jahre komplett aufgeschoben werden, er ganz aussteigt oder neben der Flüchtlingsunterkunft doch einige der geplanten Neubauten realisieren kann, dürfte während der Verhandlungen zur Sprache kommen. Vieles wird dabei von den Regio-Kliniken abhängen, für die Geschäftsführer Philipp Schlösser mit am Verhandlungstisch sitzt. Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen kündigte gestern an, zunächst auf detaillierte Informationen des Kreises warten und sich dann mit der Politik beraten zu wollen. „Uetersen hat das Vorkaufsrecht“, stellte sie klar. Das würde zumindest die CDU-Fraktion in der Ratsversammlung gerne nutzen, um eine Flüchtlingsunterkunft im Bleekerstift zu verhindern. Für diese Haltung ist die Stadt vom Kreistag heftig kritisiert worden.

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erstellt am 15.Okt.2015 | 20:20 Uhr

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