zur Navigation springen

Weltwassertag : Plastik: kurz genutzt, lange ein Problem

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Kunststoffe sind beliebt, weil sie praktisch sind. Plastik dient dem Menschen in vielerlei Hinsicht im Alltag. Segen und Fluch zugleich ist die lange Haltbarkeit. Nach dem Nutzen kommt so nicht selten der Schaden. Und daran trägt einzig und alleine der Mensch, der Nutznießer, die Verantwortung. Er ist nämlich für die Nebenwirkungen verantwortlich.

shz.de von
erstellt am 20.Mär.2015 | 17:28 Uhr

Als Konsumartikel verwandt wird Plastik wenige Minuten genutzt, bleibt aber für mehrere hundert oder sogar tausend Jahre erhalten. So schwimmen in den Weltmeeren inzwischen 5,25 Billionen Mikroplastikteilchen – haben Experten errechnet.

Was tun? Der aus Schülern und Lehrern bestehende „Arbeitskreis Umwelt vom Ludwig-Meyn-Gymnasium aus Uetersen“ beschäftigt sich seit mehreren Wochen mit dem Thema und ruft anlässlich des Weltwassertages am Sonntag, 22. März, zum Umdenken auf: „Schränkt euren Plastikverbrauch ein!“, lautet der Appell der Pennäler und ihrer Pädagogen.

„Die gesundheitlichen Folgen unseres ständigen Kontakts mit den im Plastik enthaltenen Weichmachern sind kaum einzuschätzen“, warnt die 15-jährige Kiara Maria Nowatzki.

Tatsächlich weisen Studien darauf hin, dass Plastik Krankheiten wie beispielsweise Allergien oder Krebs auslösen kann. Auch kann die männliche Fortpflanzungsfähigkeit durch Plastik beeinträchtigt werden.

Der „Arbeitskreis Umwelt“ ist zur Recherche extra an die Universität Kiel gefahren und hat sich in der dortigen Forschungswerkstatt intensiv mit der Wirkung von Mikroplastik beschäftigt. „Man kann auch in den Mägen hiesiger Fische Mikroplastik finden“, sagt die Biologielehrerin Doris Schmidt.

Für die Schüler und Lehrer des Arbeitskreises ist das Grund genug zum Umdenken. Die Elftklässlerin Lisa Waack weiß, dass es „schwer ist, komplett auf Plastik zu verzichten.“ Sie versucht es dennoch, indem sie viele Plastikverpackungen aus ihrem Leben verbannt hat. „Am problemlosesten ist der Umstieg auf Glasflaschen“, berichtet die 16-Jährige. Ihr kommen keine Getränke mehr in Plastikflaschen ins Haus. Für die Schule hat sie sich eine nachfüllbare Glasflasche gekauft, in der sie jeden Morgen Wasser füllt. „Ich nehme lieber das zusätzliche Gewicht in Kauf, als dass die Weichmacher in meinen Körper kommen“, sagt Lisa Waack. Die Plastiktüten sind den Schülern ebenfalls ein Dorn im Auge. Die 16-jährige Josephine Schneider-Hamann fordert daher eine Abgabe auf die Tüten von 25 Eurocent. Der Weg scheint erfolgversprechend zu sein.

„Irland erhebt zurzeit eine Abgabe auf Plastiktüten von 22 Cent und konnte damit die Zahl der verbrauchten Tüten drastisch reduzieren. Die Iren verbrauchen nur 20 Tüten pro Jahr. In Deutschland sind es rund viermal so viel“, erläutert Sönke Zankel, Kreisfachberater für Umweltbildung an den Schulen im Kreis Pinneberg.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert