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Uetersener Nachrichten

21. November 2017 | 16:52 Uhr

Stadtmanagement : Pinneberg kann auch frech

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wedel hat das gewisse Etwas, diese Mischung aus dörflicher Idylle und urbaner Weltoffenheit. Dazu die Elbe und die Marsch! Elmshorn ist im Aufschwung, zieht große Unternehmen, positioniert sich als Handelsstadt mit guten Wohn- und Einkaufsmöglichkeiten, einer attraktiven Infrastruktur auch für Familien. Und wo bleibt Pinneberg?

shz.de von
erstellt am 18.Apr.2014 | 21:24 Uhr

Die Kreisstadt ohne Kreisverwaltung ist arm, nach landläufiger Meinung aber dennoch wenig sexy. Pinneberg leidet unter seinem kleinbürgerlichen Image, kämpft gegen Immobilienleerstand und Vorurteile. Die Hoffnungen ruhen nicht zuletzt auf dem Verein Stadtmarketing/Citymanagement Pinneberg, an dessen Spitze es jetzt einen Wechsel gegeben hat.

Der Rechtsanwalt Kai Lorenz (kleines Foto) ist von den Mitgliedern zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Der bisherige Vize hat mit dem Banker Horst Alsmöller den Posten getauscht. Alsmöller war Vorsitzender seit Gründung des Vereins im Jahr 2011 und rückte nun auf den Stuhl des 2. Vorsitzenden.

Lorenz gilt als Befürworter eines Imagewandels mit dem Ziel, eine Pinneberger Identität zu entwickeln. Die Bürger müssten stolz auf ihre Stadt sein, hatte sich der Jurist in einem Interview gewünscht. Wenn die Kampagne greift, mit der seit etwa vier Wochen ein anderes Bild Pinnebergs gezeichnet wird, könnte sich dieser Wunsch möglicherweise eines Tages erfüllen. „Die Stadt braucht einen Imagewandel, und deshalb nehmen wir bewusst nicht Bezug auf das traditionelle Profil der Stadt, sondern setzen auf den Wandel und parieren Vorurteile“, sagte Stadtmanager Dirk Matthiessen.

Selbstbewusst soll sich Pinneberg darstellen, grundehrlich, nicht arrogant und auf moderne Weise solide, eben lebens- und liebenswert. Dieses Ziel eint viele, auch Bürgermeisterin Urte Steinberg, die für das Fotoshooting in Rolle und Kleidung eines Punks schlüpfte, oder den Taxifahrer, der mit Elvistolle vor der Kamera posierte.

Selbstironisch kontern, mit Witz und überrachend frech gegen Klischees zu Felde ziehen, die Ambitionen sind groß. Markenbildungsprozess nennen PR-Fachleute das. Der eingeschlagene Weg wird allerdings nur erfolgreich sein, wenn auch die Immobilienbesitzer mitziehen. „Wir brauchen marktgerechte Immobilien, vor allem solche, in die Geschäfte einziehen können“, sagte Matthiessen.

Und die Unternehmen müssen sich einlassen auf die Kampagne mit dem Titel „Pinneberg – Persönlich. Ehrlich. Anders“, sollen etwa das Logo in ihren Firmenauftritt integrieren und so für den Standort werben. Das kostet Überzeugungsarbeit, für die es reichlich Kontakte und Vertrauen braucht. Vereinschef Kai Lorenz gilt dafür als der richtige Mann, diese Aufgabe wird deshalb wohl auch zu seinen wichtigsten in naher Zukunft gehören.

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