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Sozialprojekt aus Bolivien : Perspektiven für Kinder

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Einen interessanten Kulturabend gibt es am 21. September in der Aula des Ludwig-Meyn-Gymnasiums. Von 19 Uhr an zu Gast ist dort der schweizer Autor und Pionier eines Sozialprojektes im bolivianischen Cochabamba, Stefan Gurtner. Der Begründer der Wohngemeinschaft „Tres Soles“ (Drei Sonnen) liest spannende Szenen aus seinen Büchern, in denen er die Geschichte Boliviens eng mit der Armut der Bevölkerung und seinem Kernthema, der Straßenkinderproblematik, verknüpft. Durch Bildpräsentationen auf der Leinwand und im Pantomime-Theaterspiel vor oder inmitten des Publikums werden seine Texte lebendig.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 18:03 Uhr

Auf der Bühne zu sehen sind zwei Jugendliche aus der Wohngemeinschaft und Gurtners Frau Guisela. Die Jugendlichen sind Mitglieder eines Theaterprojektes, das im Jahre 1990 auf dem Gelände von „Tres Soles“ gegründet wurde. „Ojo morado“ heißt es, zu deutsch: blaues Auge. Aus zunächst kurzen Theaterstücken, die überwiegend therapeutischen und pädagogischen Zwecken dienten, entstanden immer professionellere Produktionen. Die ersten Aufführungen in der Öffentlichkeit fanden statt. Inzwischen nimmt das Ensemble an vielen nationalen und internationalen Theaterfestivals teil.

Dass das Projekt nun in Uetersen vorgestellt werden kann, fußt auf einer Begegnung der früheren LMG-Schülerin mit dem „Tres Soles“-Begründer. Eine Rundreise durch Peru und Bolivien führte sie vor zwölf Jahren auch zu besagtem Hilfsprojekt. Die Kinder- und Wohngemeinschaft kümmert sich um sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche wie Waisenkinder, Straßenkinder, Kinder aus zerrütteten Familien und behinderte Kinder.

Schnüffel-drogen, Gewalt und Alkohol bestimmen ihren Alltag - und das bereits im Grundschulalter. Stefan Gurtner, der sich vor 25 Jahren zwölf Monate lang ehrenamtlich in Bolivien (Suppenküche in La Paz) engagierte und anschließend zum Literaturstudium in die Schweiz zurückkehren wollte, wurde vor Ort mit der Bitte konfrontiert, zu bleiben und zu helfen. Dieser Bitte kam er schließlich nach.

„Tres Soles“ verwaltet seit Anfang 2009 zwei Häuser. In dem ersten Haus leben rund 25 Kinder und Jugendliche bis zu einem Alter von 18 Jahren zusammen.

In dem zweiten Haus, dem Lehrlings- und Studentenwohnheim „Luis Espinal“, leben die über Achtzehnjährigen, die ihre Ausbildung oder ihr Studium noch nicht abgeschlossen haben. Dieses Haus ist ebenfalls für 25 Bewohner ausgelegt. Die Finanzierung des Projekts erfolgt ausschließlich durch private Spenden. Das Spendenkonto von „Tres Soles“ wird durch die katholische Kirchengemeinde St. Konrad in Mannheim verwaltet.

Alle Spenden (Erlöse von Flohmärkten, Kollekten, größere Spenden von anderen Organisationen, Zuschüsse, Spenden und Beiträge von privaten Spendern) werden auf das Konto in Mannheim überwiesen. Das Kindermissionswerk in Aachen erhöht seit 2003 jede Spende um 20 Prozent.

Nicht nur in Uetersen ist das bolivianische Ensemble zu erleben und kann man viel erfahren über das Leben auf der Straße, sondern auch in Hamburg. Wer am 21. September keine Zeit hat, jedoch am Thema interessiert ist, kommt am 23. September um 19 Uhr in das Instituto Cervantes, Chilehaus, Eingang B, Fischertwiete 1, oder am 24. September um 19.30 Uhr in die Werkstatt 3 in Altona, Nernstweg 32-24.

Der Eintritt ist jeweils frei, es wird jedoch um Spenden für „Tres Soles“ gebeten. Weitere Informationen zum Kinder- und Jugendprojekt:

„www.tres-soles.de“.

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