Natur erleben : Per App durch die Holmer Sandberge

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Nur Karte war gestern! Ab sofort können Besucher des Naturschutzgebietes Holmer Sandberge mit Smartphone oder Tablet auf digitale Entdeckungsreise gehen.

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31. Juli 2014, 19:20 Uhr

Voraussetzung: Die neue App „Entdeckerrouten“, konzipiert von dem Hamburger Unternehmen DigiKultur und dem Verein Regionalpark Wedeler Au, muss runtergeladen werden. Gestern wurde das Angebot, das zunächst einen sieben Kilometer langen Wanderweg durch das Wedeler Autal und einen 4,3 Kilometer langen Rundweg durch die Holmer Sandberge umfasst, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Bereits 2013 hat das Hamburger Unternehmen von Dr. Susan Müller-Wusterwitz die App konzipiert und programmiert. „Wir haben die Hülle geschaffen, in die die verschiedenen Regionen nun ihre Entdeckertouren einspeisen können“, sagte sie. Ziel sei es, um Hamburg herum einen für jeden Nutzer attraktiven Ring aus Freizeitrouten zu schaffen und so die Gebiete miteinander zu vernetzen. Bislang gibt es mit der App sechs Touren in Hamburg und Umgebung.

Im Westen der Hansestadt zeichnet der Regionalpark Wedeler Au, ein Verein mit insgesamt sechs Mitgliedskommunen (siehe Kasten), für die Wandertouren verantwortlich. Wer sich die kostenfreie App aus dem AppStore oder im Google Play Store herunterlädt, kann sich mit Hilfe der GPS-Funktion (muss aktiviert sein) wie bei einem Navigationsgerät durch die Holmer Sandberge führen lassen.

An zehn Punkten ertönt ein Signalton oder das Handy vibriert als Zeichen, dass hier eine neue Information abgerufen werden kann. Zwei Sprecher liefern auf Wunsch Informationen über die zu sehenden Gräser oder Bäume, erläutern die Entstehung der Binnendünen, die den Holmer Sandbergen ihren Namen gaben, oder erläutern, welcher Aufwand betrieben werden muss, um das Gebiet zu entwickeln und zu erhalten. Fotos und Grafiken machen die Ausführungen auch für diejenigen nachvollziehbbar, die die App außerhalb des Gebietes nutzen, also nicht unmittelbar sehen, wovon die Rede ist.

„Dieses Projekt ist hervorragend geeignet, die Menschen in die Natur zu bringen“, sagte Holms Bürgermeister Walter Rißler, dessen Gemeinde sich an den Kosten für die neue App beteiligt hat. Und auch Klaus Lieberknecht, Wedeler Bauamtsleiter und Vorsitzender des Vereins Regionalpark Wedeler Au, lobte das Konzept. „So wird Natur erlebbar gemacht“, sagte er.

Für den Nutzer ist der Service gratis, für die Kommunen keinesfalls. 75000 Euro hat die Entwicklung der App, übrigens eine außerordentlich professionelle und vor allem punktgenaue, gekostet. Die beiden Entdeckerrouten zu konzipieren und einzuspeisen, hat weitere 18000 Euro verschlungen.

3000 Mal wurde die App bereits runtergeladen, und jeden Tag kommen nach Informationen von Regionalpark-Geschäftsführerin Barbara Engelschall zwei neue Nutzer hinzu. Aber auch wer kein Smartphone besitzt, bekommt alle Informationen, kann er doch auf die Karte ausweichen. Und dann gibt es noch die Website www.entdeckerrouten.org, wo die Informationen ganz klassisch zum Download bereitstehen.

Hintergrund

Der Verein Regionalpark Wedeler Au wurde 2009 gegründet und realisiert seitdem die im Rahmenkonzept des Regionalparks festgeschriebenen Ziele. Vorrangig liegt das Augenmerk dabei auf der Entwicklung von regionalen Freiräumen, die gegenüber dem Wohnungsbau und den Gewerbeansiedelungen gestärkt werden sollen.

Neben dem Kreis Pinneberg sind die Gemeinden Holm und Appen, die Städte Schenefeld, Pinneberg und Wedel sowie der Hamburger Bezirk Altona Mitglieder.

Das Hamburger Unternehmen DigiKultur gehört der Kunsthistorikerin Dr. Susan Müller-Wusterwitz und hat sich spezialisiert auf die Entwicklung moderner Führungssysteme für Museen, Städte und Naturschutzgebiete. cel

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