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Personalie : Paukenschlag in Hetlingen: Barbara Ostmeier tritt zurück

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Nach neun Jahren an der Spitze der Gemeinde hat Hetlingens Bürgermeisterin Barbara Ostmeier gestern ihr Amt nieder gelegt. In einer internen Sitzung haben sowohl der CDU-Ortsverband als auch die CDU-Fraktion die Entscheidung der 53-Jährigen als „nachvollziehbar“ bewertet.

Als Grund für die Amtsniederlegung führt die Zurückgetretene „das zunehmend angespannte Verhältnis zur Hetlinger FW-Spitze“ an.

„In den vergangenen Jahren haben sich die politischen und persönlichen Angriffe einzelner Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft auf mich gehäuft“, so Barbara Ostmeier. „Die aktuellen Reaktionen auf eine Falschmeldung über einen vermeintlichen Autotunnel bei Hetlingen haben mich nun endgültig zu dieser Entscheidung bewogen.“ Für Barbara Ostmeier ist ein konstruktives Miteinander im Hetlinger Gemeinderat unter diesen Umständen nicht länger möglich. „Gerade in Bezug auf den Bau der A20 haben alle Fraktionen in Hetlingen Jahre lang an einem Strang gezogen“, so die CDU-Politikerin. „Wenn ausgerechnet dieses Thema nun von der FW genutzt wird, um öffentlich Misstrauen gegen mich zu säen, um meine Zuverlässigkeit und meine Glaubwürdigkeit zu hinterfragen, dann ist ein Punkt erreicht, an dem ich mir bei aller Sachlichkeit nicht mehr vorstellen kann, mit der FW-Fraktion zusammen zu arbeiten“, sagt sie.

Weiter betont Barbara Ostmeier: „Für mich standen und stehen immer die Inhalte im Vordergrund. Machtpolitisches Denken ist mir fremd: Mir geht es um die Sache. Fingerhakeln und Kräftemessen mit der FW-Spitze wird es mit mir nicht geben. Denn dabei geht es mehr um Befindlichkeiten und darum, sich um jeden Preis durchzusetzen – nicht um das Wohl der Gemeinde. Solche Streitereien spalten auf Dauer den Ort und das möchte ich dringend vermeiden.“

Stattdessen müssten das gute Klima in der Gemeinde und der positive Ruf, den Hetlingen auch nach außen hin genieße, erhalten bleiben.

„Ich bedanke mich von ganzem Herzen bei einem starken CDU-Ortsverband und einer starken Fraktion, die immer offen und gut zusammenarbeitet“. Ihr Team habe ihr bis zuletzt den Rücken gestärkt und maßgeblich dazu beigetragen, dass in Hetlingen in den vergangenen Jahren Baugebiete entstehen konnten, ein Flächennutzungsplan auch die Ansiedelung von Handwerk ermöglicht, dass es eine neue Feuerwache gibt, dass die Haushalte mit DSL versorgt sind und dass Schule und Kindergarten mit einem sinnvollen Konzept erhalten bleiben konnten.

Die Entscheidung ihr Amt als Bürgermeisterin „nach erfolgreicher und engagierter Arbeit, die sie immer mit viel Herz und viel Spaß an der Sache betrieben“ habe, nun niederzulegen, sei ihr alles andere als leicht gefallen, betont Barbara Ostmeier.

Für die Unterstützung der Bürger im Ort und der Kollegen aus den Nachbargemeinden bedankt sie sich. „Das Amt und die Arbeit im Gemeinderat haben mir immer viel Freude bereitet. Und zusammen mit einer starken Fraktion und tollen engagierten Parteimitgliedern konnte in den vergangenen neun Jahren in Hetlingen einiges bewegt werden.“ Die CDU-Fraktion sei aktuell sehr gut aufgestellt, der Generationswechsel gelungen. „Deshalb kann ich jetzt Abschied nehmen – zwar schweren Herzens, aber mit gutem Gewissen.“ Neben dem Amt der Bürgermeisterin hat Barbara Ostmeier auch ihre Mitgliedschaft im Hetlinger Gemeinderat niedergelegt. Ihr Landtagsmandat behält sie jedoch. Ferner möchte Barbara Ostmeier als aktives Mitglied des CDU-Ortsverbandes weiter vor Ort mitgestalten.

Michael Rahn von der FW, der nun, bis zur Neuwahl des Bürgermeisters, als Barbara Ostmeiers Stellvertreter die Amtsgeschäfte leitet, sagt: „Das ist eine schlechte Nachricht für das Dorf, weil damit Barbaras Kompetenz, Verbindungen und ihr Einsatz, der weit über das normale Maß hinausragt, verloren gehen. Wie viele bei uns in der Freien Wahlgemeinschaft liebe ich eine offene Debatte um die Sache. Dabei kann man Mehrheiten gewinnen oder bei Abstimmungen verlieren, was die FW als kleinere Fraktion im Gemeinderat oft genug erlebt hat. Aber so funktioniert nun mal unser demokratisches System.“

Tatsache sei, dass sich CDU und FW nach der Kommunalwahl schwer getan hätten, persönliche Empfindlichkeiten und inhaltliche Auseinandersetzungen beispielsweise über Pro und Contra eines Gewerbegebietes am Ortsrand zu trennen. Rahn: „Für den Zeitungsbericht, der jetzt als Anlass für den Rücktritt genannt wird, tragen wir als FW keine Verantwortung. Der Zeitungsbericht war CDU-Parteifreunden bis hin zu einem Bundesstaatssekretär deutlich vor uns bekannt und ist von denen kommentiert worden. Richtig ist, wir haben den Bericht wie viele andere Artikel über unser Dorf auf unserem Facebook-Auftritt veröffentlicht. Es gab dazu auch einige unsachliche Stellungnahmen, die wir gelöscht haben. Stattdessen haben wir auf unserer Internet-Plattform die Richtigstellung der Bürgermeisterin veröffentlicht.“ Deshalb könne er die Vorwürfe nicht nachvollziehen. Nächster Termin des Gemeinderates ist der 5. Juni. Da könnte ein Nachfolger für Barbara Ostmeier bestimmt werden.

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erstellt am 02.Mai.2014 | 19:27 Uhr

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