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Begehung : Paintball: Fruchtloser Schlagabtausch

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Eigentümer des umstrittenen „Paintball Palace“ in Uetersen soll die Regeln und den Ablauf des Spiels detailliert beschreiben. Das forderte Verwaltungsrichter Roland Weiß-Ludwig bei einem Ortstermin am Donnerstag, berichtete Günter Zuschlag, Leiter des Fachdienstes Planen und Bauen beim Kreis Pinneberg.

shz.de von
erstellt am 16.Mär.2012 | 20:57 Uhr

Weiß-Ludwig hatte sich mit Zuschlag, der Uetersener Bürgermeisterin Andrea Hansen, Anwohnern und dem Eigentümer Ralf Kolpak in der Halle am Tornescher Weg getroffen. Letztere und die Nachbarn brachten ihre Anwälte zu dem nicht-öffentlichen Termin mit. Wie berichtet, klagen die Anwohner über den Lärm des Spiels. Es ist mit Schreien und lauten Schüssen verbunden. Kolpak gab den Teilnehmern des nicht-öffentlichen Treffens eine Hörprobe. Während sie sich draußen aufhielten, feuerte er in der Halle einen Schuss ab. „Das war zwar nicht sehr laut, aber das maschinenartige Geräusch ist sehr nervend“, sagte Zuschlag.

Die auf ein Jahr befristete Genehmigung für den Paintball-Betrieb ist seit einiger Zeit abgelaufen. Der Kreis durfte sie nicht verlängern, weil sich die Stadt gegen den Weiterbetrieb ausgesprochen hatte. Der Eigentümer verklagte ihn inzwischen beim Verwaltungsgericht.

„Es wird noch Monate dauern, bis der Fall entschieden ist. Es muss noch mal in alle Richtungen gedacht werden“, sagte gestern Klaus-Martin Meyer, Sprecher des Verwaltungsgerichts. Es sei zu prüfen, ob ein Lärmgutachten erforderlich ist, ob die Beteiligten sich außergerichtlich einigen können und ob die Genehmigung grundsätzlich möglich sei. Nach Zuschlags Darstellung habe die Frage im Raum gestanden, ob das Paintball-Spiel kriegsähnliche Zustände darstelle.

Ein Lärmgutachten liegt bereits vor. „Es hat das Gericht aber nicht überzeugt, weil die Messung vorgenommen wurde, als der Spielbetrieb relativ halbherzig war“, sagte Zuschlag. Der Vorschlag, die Halle zu dämmen, lief ins Leere. Der Eigentümer sah sich nicht imstande, die fünf- bis sechsstelligen Kosten zu tragen. Auch die Idee, den Betrieb nur für ein oder zwei Jahre aufzunehmen, lehnte er ab.

Die Beteiligten sollen bis Juni schriftliche Stellungnahmen beim Gericht abgegeben. Weiß-Ludwig rief sie zu einer außergerichtlichen Einigung auf.

Ob die Halle derzeit in Betrieb ist, weiß Zuschlag nicht. Nachdem die Genehmigung abgelaufen war, beantragten die Nachbarn, das Spielen per einstweiliger Verfügung zu untersagen. Das lehnte das Gericht aber ab. Begründung: Es habe ja bereits eine Genehmigung gegeben. Der Kreis schritt daher nicht ein.

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