Im Stadtteilzentrum : Pädagogisches Puppenspiel

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Die traditionsreiche Augsburger Puppenkiste hat gestern bei einem Gastspiel in Elmshorn für das Kindergartenprogramm Papilio geworben. Möglich wurden die drei Aufführungen im Haus der Begegnung am Hainholzer Damm durch die finanzielle Unterstützung unter anderem des Bayerischen Rundfunks, der sich damit für eine Aufklärungskampagne zu früher Prävention einsetzt.

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07. Juli 2015, 20:47 Uhr

Für die fast 400 Kinder war es ein riesiger Spaß, für ihre Erzieherinnen ebenfalls, aber mit einem ernsten pädagogischen Hintergrund: „Paula und die Kistenkobolde“ ist ein speziell für das Anliegen von Papilio geschriebenes Stück, in dem es um die grundlegenden Gefühle Zorn, Angst, Trauer und Freude sowie den Umgang damit geht.

Die Kistenkobolde mit den witzigen Namen Zornibold, Bibberbold, Heulibold und Freudibold wurden von Wissenschaftlern, Pädagogen und Künstlern als ein Baustein des Programms Papilio konzipiert, in dessen Mittelpunkt eine Steigerung der sozial-emotionalen Kompetenzen bei Kindern geht, „die Basis, um einer Sucht- und Gewaltentwicklung im Jugendalter vorzubeugen“, wie Heidrun Mayer, Geschäftsführerin des Vereins Papilio, erläuterte. Grundlage der Vereinsarbeit ist der Grundsatz, dass starke Kinder im jugendlichen und erwachsenen Alter seltener suchtkrank werden und zu Gewalt als Mittel der Kommunikation greifen. Zusammen mit Heidrun Mayer erläuterte Birgit Hadel, Papilio-Trainerin und Mitarbeiterin in der Suchtprävention der Diakonie Rantzau-Münsterdorf, gestern in einem Fachgespräch die Bedeutung einer frühzeitigen Prävention und zeigten auf, wie das Programm erfolgreich in einer Kindertagesstätte umgesetzt werden kann. „Das Besondere daran ist, dass es alle drei Gruppen, also Erzieher, Kinder und Eltern einbindet und sehr nachhaltig ist“, sagte Hadel. In der Tat haben Studien, die das Projekt seit 2002 begleiten, immer wieder bestätigt, dass das Programm das Verhalten von Kindern verändern kann.

In den Kreis Pinneberg kam das Konzept vor sechs Jahren. Seitdem wurden in 14 Kindertagesstätten 63 Erzieher ausgebildet. „Es geht in der Fortbildung jeweils um sehr viel Selbstreflexion und Arbeit an der eigenen Haltung, eine Haltung von Wertschätzung und Respekt, die für jede positive Entwicklung und Lernen Voraussetzung ist“, sagte Birgit Hadel. Papilio, das von vielen Partnern, darunter auch Universitäten, Ministerien, Unternehmen, Krankenkassen und Wohlfahrtseinrichtungen getragen wird, könnte 13 Jahre nach seiner Einführung jetzt seinen Siegeszug durch Europa antreten. Aktuell hat Finnland Interesse an einer Kooperation bekundet.

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