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Hauptausschuss : „Pädagogische Insel“ wackelte

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Im Hauptausschuss wurde einmal mehr über die „Pädagogische Insel“ diskutiert, die seit geraumer Zeit an der Rosenstadtschule besteht, beziehungsweise bestanden hat.

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erstellt am 13.Sep.2013 | 21:55 Uhr

Die „pädagogische Insel“ ist weder Strafkolonie à la Privatfernsehen noch Isolierhaftstation. Vielmehr solle sie, informierte kürzlich Schulleiter Wolfgang Balasus die Politiker, störende Schüler animieren, sich mithilfe einer pädagogischen Aufgabe selbst zu hinterfragen. Diese Aufgabe müssten die Schüler selbstständig bearbeiten, allerdings unter pädagogischer Aufsicht. Dieses Prinzip funktioniere gut, oft ließen sich nachhaltige Erfolge feststellen. Ohne eine solche spontane Maßnahme müssten Störer eventuell längerfristig aus dem Unterricht genommen werden, was nicht nur für diese ein großer Nachteil sei. Es sei heute so, dass es auch an weiterbildenden Schulen verstärkt zu diesbezüglichen Problemen komme, begegne man ihnen nicht unmittelbar, wirkten sie sich später negativ aus, so Balasus.

Der Schulleiter setzte sich damals im Ausschuss durch. Die Politiker genehmigten 10800 Euro außerplanmäßig, damit die „Pädagogische Insel“ fachlich betreut werden kann. Doch im Hauptausschuss beantragte die SPD-Fraktion, das Geld unter Sperrvermerk zu stellen. Das bedeutet: Das Geld wird erst freigegeben, wenn die Politiker es beschließen. Die CDU hielt diesen Vorstoß für fatal, sagte, dass die „Pädagogische Insel“ immens wichtig sei. Und dass der Sperrvermerk bewirke, dass zumindest das laufende Schulhalbjahr nicht bedient werden könne. Die beiden großen Fraktionen waren die Hauptdiskutanten in der Debatte.

Die SPD hatte in der vorausgegangenen Sitzung des Bildungsausschusses genau zugehört: An den Schulen herrscht ein hoher Bedarf an sozialer Fachkompetenz. Sogar am Gymnasium. Schulleiter Alexej Stroh benötigt nach eigenen Worten dringend eine entsprechende Kompetenz. Für diesen Bereich gibt es von Landes- und Bundesseite Fördermittel.

Der Antrag der Sozialdemokraten im Hauptausschuss fußte auf diesem Wissen. Weiter hieß es im Antrag daher: Die Verwaltung wird beauftragt, bis zum kommenden Bildungsausschuss ein Gesamtkonzept zum Thema Schulsozialarbeit inklusive Fördermittel zu erarbeiten.“ Dieser Satz war unstreitig. Die Verwaltung erklärte zudem, ein solches Konzept kurzfristig erstellen zu können.

Doch den Sperrvermerk wollte die CDU nicht mittragen, sie hätte sich vermutlich dahingehend auch durchgesetzt, denn zumindest die BfB hatte Entsprechendes signalisiert. Die SPD bat um eine kurze Auszeit, alle Fraktionen kamen zusammen und fanden einen Kompromiss, der alle Seiten zufrieden stellen dürfte.

Gemeinsam wurde von allen vier Fraktionen nämlich beschlossen, am Auftrag der Erarbeitung eines Gesamtkonzepts festzuhalten und zugleich die Position „Betreuungskraft für die ‘Pädagogische Insel’“ auf ein halbes Jahr zu begrenzen.

Bis dahin soll die gesamte Schulsozialarbeit in Uetersen neu ausgerichtet werden.

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