zur Navigation springen
Uetersener Nachrichten

18. August 2017 | 03:32 Uhr

Begegnung : „Opfer müssen Frieden finden“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann hat eine Vereinfachung des Entschädigungsverfahrens für Opfer von Gewalttaten gefordert. „Wenn ein Betroffener Jahre auf die Übernahme von Kosten für Reha-Maßnahmen oder eine finanzielle Entschädigung warten und das Geld einklagen muss, führt das unter Umständen zu einem neuerlichen Trauma. Und das darf nicht sein“, sagte er nach einem Gespräch mit führenden Vertretern der Opferschutzorganisation Weißer Ring im Kreis Pinneberg.

Einige Wochen vor der offiziellen Bekanntgabe der Fallzahlen für 2014 im April wollte Rossmann das Treffen als „Ausdruck meiner Anerkennung und Mittel der Rückkopplung“ verstanden wissen. Er lobte vor allem die Ehrenamtlichkeit der Opferschutzvereinigung. „Die Tatsache, dass er keine staatliche Förderung erhält, macht den Weißen Ring unabhängig.“

Dessen Haushalt speist sich zu großen Teilen aus Nachlassgeldern und Spenden, außerdem durch die Beiträge der bundesweit etwa 50000 Mitglieder. Geht es nach dem Pinneberger Vorsitzenden des Weißen Ringes, Sönke-Peter Hansen, ist die Zahl deutlich zu gering. „Mein Anliegen ist es deshalb, auch den Bekanntheitsgrad zu steigern, mehr nach außen zu tragen, dass es den Weißen Ring gibt“, sagte er.

Mit seinem Stellvertreter Peter Wieruch begrüßte Hansen die Verbesserungen, die in den vergangenen Jahren im Opferschutz erreicht wurden, und lobte unter anderem die EU-Opferschutzrichtlinie. Die 2012 in Kraft getretene und bis November 2015 in Deutschland umzusetzende Rechtsvorschrift soll dafür sorgen, dass die Opfer einer Straftat Anspruch auf eine bessere Information, besseren Schutz und eine bessere Unterstützung haben. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren immerhin ein stärkeres Einfühlen in die Situation der Opfer erarbeitet“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Rossmann. Nächster Schritt müsse nun eine zügige Novellierung des Opferentschädigungsgesetzes sein. Das Gesetz wird getragen von dem Leitgedanken, dass ein Gewaltopfer bei Erwerbsunfähigkeit, Hilflosigkeit oder Pflegebedürftigkeit ein Recht auf Schutz und Unterstützung durch den Staat hat. „Wir brauchen ein klares und sauberes Gesetz, das sichstärker als bisher mit den psychischen und sozialen Folgen für die Opfer beschäftigt“, sagte Peter Wieruch. Wann ein Entwurf vorliegen wird, steht noch nicht fest.

zur Startseite

von
erstellt am 10.Mär.2015 | 21:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert