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Uetersener Nachrichten

19. August 2017 | 19:38 Uhr

Gildefest : Ohne König, aber mit einem Kaiser

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die neue Majestät Thomas Dohrn hat bereits ein Regentschaftsjahr hinter sich und erhält daher einen besonderen Titel.

Uetersen | Das hat es bei der Uetersener Schützengilde von 1545 noch nicht gegeben: Die Gilde hat keinen neuen König, sondern mit Thomas Dohrn ihren ersten Kaiser. Beim Traditionsschießen auf den Gildevogel wurde zudem Joachim Nothse der erste und Ralf-Joachim Schaar der zweite Ritter.

Am Morgen des Gildefests marschierten die Gildebrüder in Tracht durch die Innenstadt, angeführt vom Musikzug der Rosenstadt Uetersen. Vor dem Rathaus wurden sie von Bürgermeisterin Andrea Hansen und Bürgervorsteher Adolf Bergmann zu einem Umtrunk erwartet. „Auf Sie ist Verlass, seit Jahrhunderten sind Sie pünktlich“, scherzte Hansen in Anspielung auf die jahrhundertealten Traditionen. In einem feierlichen Akt überreichte sie den Brüdern ihren Gildevogel, und diese zogen nun damit durch die Fußgängerzone, das Gildelied singend. Viele Schaulustige freuten sich über das Schauspiel und winkten ihnen zu.

Vom Marktplatz aus ging es mit dem Bus nach Heidgraben, um dort die scheidende Rotte, König André Slezak und Königin Claudia Selent samt den Rittern Winfried Beiren und Peter Thomsen, abzuholen Das Königsfrühstück wurde im Tower Restaurant in Heist eingenommen. Auf dem heimischen Gildeplatz in der Großen Twiete, der mit vielen Fähnchen geschmückt war, warteten schon die Delegationen befreundeter Schützenvereine aus Uetersen, Tornesch und Halstenbek.

Nachdem der erste Ältermann Joachim Henningsen den ersten Schuss auf den doppelköpfigen Vogel abgegeben hatte, schossen 36 Schützen mit dem Kleinkalibergewehr intern ihren neuen König aus. In einer vorher festgelegten Reihenfolge legten die Gildebrüder an. Zuerst verlor der Vogel seine beiden Zitronen, dann die Krallen, die Köpfe, die Flügel und den Schwanz. Thomas Dohrn, der den Körper traf, wurde Klotzenkönig.

Abends, auf dem Gildeball im Parkhotel Rosarium, dem Höhepunkt des Gildefests, wurde der Moment der Proklamation mit Spannung erwartet. Die scheidende Rotte wurde von Ältermann Henningsen verabschiedet, Königin Claudia mit einem Blumenstrauß und König André Slezak mit dem Ex-Königsorden. Nach Verkündung der neuen Ritter Joachim Nohtse und Ralf-Joachim Schaar kam dann der Schreckmoment, denn Henningsen erklärte den Ballgästen, dass die Gilde zum ersten Mal in ihrer Geschichte keinen König habe.

Doch mit der Auflösung dieses Rätsels ließ er nicht lange auf sich warten: Die Gilde hat zwar keinen König mehr, dafür aber sogar einen Kaiser. Die neue Majestät Thomas Dohrn wurde unter anderem mit der Königskette und dem Königsstock gekürt. Dohrn hat bereits ein Regentschaftsjahr hinter sich, und wenn die Wahl ein zweites Mal auf einen Gildebruder fällt, wird der zum Kaiser. „Ich bin überrascht, sprachlos und stolz, und ich freue mich auf ein tolles Gildejahr“, sagte Dohrn. Bürgermeisterin Hansen überreichte ihm einen Sack voll Geld „als Zeichen der Verbundenheit der Stadt Uetersen mit ihrem ältesten Verein“. Nach einer ausgiebigen Gratulationsrunde tummelten sich die Tanzpaare auf dem Parkett.

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