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Bauausschuss : Offene Fassade für die Fahrradgarage?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Soll die Fahrradgarage am Tornescher Bahnhof zu einer offenen Konstruktion umgebaut oder mit einer transparenten Fassade versehen werden? Darüber stritten sich die Mitglieder des Bauausschusses während ihrer jüngsten Sitzung. Das Elmshorner Architektenbüro Plan AG hatte vorgeschlagen, die langen Seiten mit Klar- und Milchglas-Elementen zu verkleiden. Das steigere die Helligkeit im Gebäude, seine Einsehbarkeit, damit das Sicherheitsgefühl und schütze vor Vandalismus.

Die SPD-Fraktion forderte dagegen ein offenes Erdgeschoss. Das spare Kosten und erlaube den Reisenden, das Gebäude von mehreren Seiten zu betreten. „Niedrigschwellig muss es sein, damit die Räder nicht bei Edeka geparkt werden“, forderte die SPD-Fraktionsvorsitzende Verena Fischer-Neumann. Das Glas könnte besprayt werden.

Howe Heitmann (CDU) riet gerade aus Kostengründen zu einer geschlossenen Fassade. „Das regnet da sonst zwei bis drei Meter weit rein. Die Garage gammelt schneller weg, als wir gucken können“, sagte er. Nach Aussage von Bürgermeister Roland Krügel (CDU) zweifelt der Architekt daran, dass die Stadt für eine offene Konstruktion eine Baugenehmigung erhalte. Das verwendete Holz sei nicht imprägniert, die Schraubverbindungen nicht verzinkt. „Wenn man sich die Fahrradgarage offen wünscht, kann man sie praktisch neu bauen“, sagte Krügel. Trotzdem will er nun bei der Bauaufsicht fragen, ob eine offene Konstruktion genehmigt werden könnte.

Entgegen der bisherigen Planung will die Verwaltung nur die geplanten 40 Fahrradboxen im Erdgeschoss mit Ladestationen für E-Bikes ausrüsten, nicht aber 55 abschließbare Stellplätze im ersten Stockwerk. Zum einen sei es schwer, ein E-Bike die Rampe hinaufzuschieben, so Krügel. Zum anderen stellte sich inzwischen heraus, dass nur die Planungskosten in Höhe von 26000 Euro, nicht aber die Investition selbst gefördert wird. Angesetzt sind für die Ladestationen Kosten von 220000 Euro. Die Verwaltung will die Stadtwerke Tornesch fragen, ob sie die Investition übernehmen wollen.

Die SPD riet dazu, auf Ladestationen komplett zu verzichten. Die Nutzer sollten ihre Räder zu Hause aufladen. Henry Stümer (CDU) warnte aber davor, dass sich Akkus im Winter schnell entladen. Veranschlagt sind für das Projekt insgesamt Ausgaben von mehr als einer Million Euro. Ein Zutrittskontrollsystem oder ein Schließsystem an den Fahrradboxen sind darin nicht enthalten. Letztere kosten etwa 57000 Euro und werden „mangels Flexibilität“ ebenfalls nicht gefördert. Die Verwaltung rechnet daher damit, dass sie 400000 Euro selbst tragen muss.

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erstellt am 11.Okt.2015 | 19:56 Uhr

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